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Regional genießen – Landcafés und Hofläden in der Region

Die Fassade des Dorfcafé Bleckenstedt im Sommer. (Bildrechte: Melina Ruhr)

Essen hält Leib und Seele zusammen, besagt ein altes Sprichwort. Ob der köstliche Kuchen beim sonntäglichen Kaffeeklatsch oder eigens kreierte Dinnerkreationen wie Spargel mit Frühkartoffeln oder Grünkohl – gutes Essen schmeckt gleich noch mal so gut, wenn man es mit gutem Gewissen isst. Schauen Sie doch mal in den Landcafés und Hofläden der Region vorbei! Dort finden Sie eine überwältigende Auswahl an Lebensmitteln – viele von ihnen regional, bio und fair erzeugt. Viel Spaß beim Entdecken und Genießen der Landcafés und Hofläden in Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Salzgitter, Peine, Wolfenbüttel und Wolfsburg!

Kuchen nach Omas Rezept – die Makery im Braunschweiger Magniviertel

In der Makery im Braunschweiger Magniviertel kredenzen die Schwestern Nina und Svenja Apfelkuchen – und zwar nach Omas Rezept; aber auch gerne mal etwas Hochprozentiges. Hauptsache, die Gäste fühlen sich entspannt ganz wie im eigenen Wohnzimmer. Von der Lust auf selbstgekochte Marmelade führte sie ihr Weg bis zum eigenen Café mit hausgemachtem Kuchen. Mittags können sich die Gäste über den Mittagstisch freuen – ohne zeitliche Begrenzung, so lange das Angebot reicht. Dabei versuchen die beiden, so viel wie möglich bio, regional und/oder fair zu kaufen. So gibt es Käse, Eier, Milch und Fleisch in Bioqualität und Kaffees, Schokolade sowie Kakao fair gehandelt. Die Strohhalme sind aus Bioplastik und viele Speisen vegan. Seit Neuestem gibt es auch einen kleinen Shop mit vielerlei Kleinigkeiten, die sich als Mitbringsel eignen.

Die Schwestern Nina und Svenja stehen an der Theke im Makery.
Die Schwestern Nina und Svenja von der Makery. (Foto: Kaviarkanone)

Süße Idylle – das Bauerncafé Röling’s Hof im Landkreis Gifhorn

Leckere Torten, frische Blechkuchen und mit Liebe gebackene Brote – all das erwartet Sie im Bauerncafé Röling’s Hof in Sprakensehl, der nördlichsten Gemeinde im Landkreis Gifhorn. Bereits im Jahr 1998 eröffnete das heutige Café auf dem ehemaligen Bauernhof, der bereits seit etwa 300 Jahren in Familienbesitz ist. Bei den verarbeiteten Lebensmitteln setzt Familie Röling dabei auf Produkte aus der Region. „Das ist uns ganz wichtig. Unsere Mitgliedschaft im Verein für regionale Esskultur unterstreicht das“, betont Christoph Röling – eigentlich Diplom-Ingenieur –, der das Bauerncafé mit seiner Frau aufgebaut hat. Als Inhaberin und Meisterin der Hauswirtschaft ist Karin Röling beim Backen voll in ihrem Element. Ob Stachelbeerbaiser-, Cognac-Marzipan- und Stracciatella-Kirsch-Torte oder Streuselkuchen – hier findet jeder etwas für den idyllischen Genuss inmitten antiker Möbel. Insgesamt hundert Sitzplätze bietet das Café; im Sommer sind es 180 zusätzliche Sitzplätze auf der Terrasse. In der Scheune finden zudem regelmäßig große Veranstaltungen wie Konzerte oder private Feierlichkeiten statt.

Kuchen auf einer karierten Tischdecke.
Kuchen im Bauerncafé Röling’s Hof im Landkreis Gifhorn. (Foto: Familie Röling)

Herzhafter Genuss – die Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus in St. Andreasberg

Gutbürgerliche Küche und harztypische Gastlichkeit erwarten Sie in der Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus in St. Andreasberg. Inmitten des Nationalparks gelegen und fernab von Hektik und Stress, ist sie das ideale Ziel nach einem ausgiebigen Spaziergang oder einer sportlichen Wanderung. Stammgäste schätzen das urige und gepflegte Ambiente und die Köstlichkeiten von Snacks über Kuchen bis hin zu gutbürgerlichen Spezialitäten. Der Rehberger Graben ist übrigens ein wichtiger Bestandteil der Oberharzer Wasserwirtschaft, die im Jahr 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Das Wohn- und Arbeitshaus für den Grabensteiger existiert schon seit 1772 und wird seit dem 20. Jahrhundert als Gaststätte genutzt. Als Gastwirt, Inhaber und ehrenamtlicher Grabensteiger begrüßt Volker Thale Gäste aus der gesamten Region im Rehberger Grabenhaus, die sich Gerichte wie Rotwildgulasch mit Waldpilzen und Preiselbeersahne schmecken lassen.

Die Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus in St. Andreasberg von außen.
Die Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus in St. Andreasberg. (Foto: Frank Bierstedt)

Bio meets Tante Emma – die Wilde Möhre in Barmke

Mandel-Cranberry-Mus, Kokosblütenzucker und Blumenbrot? Diese Köstlichkeiten gibt es im Helmstedter Ortsteil Barmke bei der Wilden Möhre unmittelbar neben der Barmker Kirche zu kaufen – und zwar in Bio-Qualität. Den Bio-Laden betreibt die „Wilde Möhre – Verein für gesundes Leben“ mittlerweile seit über 25 Jahren. „Inzwischen wissen immer mehr Menschen das abwechslungsreiche und gesunde Angebot zu schätzen", sagt Vereinsmitglied Petra Oppe. Die Wilde Möhre ist ein Mitgliederladen, der mit viel ehrenamtlichem Engagement läuft. Wie das funktioniert? Die Mitglieder können einen Teil des Mitgliedsbeitrags im Laden abarbeiten. Sie räumen neue Ware in die Regale, zeichnen die Artikel aus, übernehmen den Verkauf oder die Buchführung und putzen. „Zu den Favoriten der Kunden gehören übrigens die vegetarischen Brotaufstriche sowie glutenfreie Produkte wie Haferflocken und Nudeln", berichtet Vereinsmitglied Doris Doil. Sofern verfügbar, kommen alle Produkte des vielseitigen Sortiments aus der Region. So kommt das Brot aus Schöningen, der Honig aus Frellstedt und Wurst aus der GenussWerkstatt Wichernschule in Königslutter. Regelmäßige Aktionen wie Bierverkostungen oder Lachsverkauf vor den Feiertagen runden das Angebot ab. Gut zu wissen: Nichtmitglieder sind jederzeit zum Schnuppereinkauf willkommen.

Zwei Vereinsmitglieder von „Wilde Möhre – Verein für gesundes Leben“ im dazugehörigen Bio-Laden.
Der Bio-Laden von „Wilde Möhre – Verein für gesundes Leben“ in Barmke. (Foto: Beate Ziehres)

Kuchenfreuden und Kürbisspaß – das Klein(e) Café & Hoflädchen in Klein Gleidingen

Kleine Cafés und Hofläden besitzen ihren ganz eigenen Charme – so auch das Kleine Café und Hoflädchen in Klein Gleidingen, das beides miteinander verbindet. Schon beim Betreten des Grundstücks atmet der Besucher Idylle. Hinter dem Hoftor, das zum Café führt, befindet sich ein friedlicher Teich mit Enten. Im Inneren des kleinen Cafés und Hoflädchens heißen den Besucher Antiquitäten, Skurrilitäten und eine Sammlung von Schreibmaschinen und Teekannen Willkommen, aber vor allem der Duft nach frischem Kaffee und süßen Kuchen. Seit fünfzehn Jahren leitet Inhaber und Chefkoch Dirk Behrendt das Hofcafé gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Corinna Klein. „Meine Frau hat früher saisonal einen Spargelstand auf unserem Hof aufgestellt und von dort aus Spargel verkauft. Zum Spargel kamen Kaffee und Kuchen und irgendwann der Wunsch, auch ganzjährig die Leute bewirten zu können.“ Und so funktionierte das Paar die Eingangshalle seines Wohnhauses zum Café um – die Geburtsstunde des kleinen Hofcafés. Neben Kaffee und Kuchen hat das Hofcafé auch warme Speisen auf der Karte. „Klassiker wie Bratkartoffeln oder Nudelgerichte bieten wir ganzjährig an. Zusätzlich ergänzen wir unser Angebot regelmäßig mit saisonalen Gerichten wie Grünkohl, Ente, Spargel oder Kürbis“, erklärt Dirk Behrendt. Beim Frühstück dürfen sich die Gäste auf selbst gebackenes Brot und Brötchen sowie ein Sortiment selbstgemachter Marmeladen freuen. Nach Möglichkeit verwendet der Koch Fleisch aus alternativer Aufzucht oder Wild, das er selbst oder einer seiner Jagdfreunde erlegt hat. Der Hofladen bietet zudem Spezialitäten aus kleinen Manufakturen in und um Deutschland an: „Die Nachfrage unserer Gäste nach weiteren Produkten wie zum Beispiel Biokäse, Wurst und anderen hochwertigen Lebensmitteln hat uns dann dazu veranlasst, die Garage zum ganzjährigen Hofladen auszubauen.“

Kuchen auf einem Tisch neben einer Kerze.
Von Kuchen bis Kürbissuppe – das kleine Café und Hoflädchen in Klein Gleidingen. (Foto: Inga Stang)

Käsekuchen und Kaffee, Mäh und Kikeriki – das Dorfcafé Bleckenstedt

Das beschauliche Dorf Salzgitter Bleckenstedt ist Heimat das Dorfcafés Alt Bleckenstedt. Inhaberin und gelernte Bäckermeisterin Sabine Scholz und ihr Hund Ellie begrüßen ihre Gäste stets fröhlich. Wenn die meisten Menschen noch lange schlafen, steht Sabine Scholz bereits in der Caféküche, backt Kuchen und Torten, Brot und Brötchen, bereitet frischen Obstsalat zu, kocht Marmelade und richtet Käse, Wurst und Eier der eigenen 40 Hühner an. Neben den Hühnern beherbergt das Dorfcafé weitere Tiere: Gänse, Enten, Ziegen und Mini-Ponys. Für ein Wochenende backt Sabine Scholz übrigens etwa drei Käsekuchen – ihre Spezialität – Mandarinen-Käsekuchen, Käse-Sahne-Torte oder auch Käse-Aprikosenkuchen. Großen Wert legt die Inhaberin darauf, dass die verwendeten Zutaten saisonal und hochwertig, vorzugsweise regional sind. So kommen Wurst und Fleisch von Schlachter Simon. Bereits 1792 ist das Haus erbaut worden, das heute das Dorfcafé beherbergt. Dort werden die Gäste von einem offenen Raumkonzept mit dunklen Holzbalken, knarzenden Dielen und gemütlichen Polstermöbeln willkommen geheißen.

Die Fachwerkräume des Dorfcafés Alt Bleckenstedt.
Im beschaulichen Dorf Salzgitter Bleckenstedt ist das Dorfcafé Alt Bleckenstedt beheimatet. (Foto: Melina Ruhr)

Frisches aus der Region – Domäne Salzdahlum in Wolfenbüttel

Liebe und Hingabe – das sind die wichtigsten Zutaten, mit denen Menschen in der landwirtschaftlich geprägten Gegend um Wolfenbüttel Lebensmittel produzieren. Eine Einkaufstour in den Hofläden des Landkreises zeigt eine überwältigende Vielfalt an Obst, Gemüse, Fleisch und Getreide – alles aus heimischem Anbau – so auch in der Domäne Salzdahlum. Der Hofladen bietet frische Eier von freilaufenden Hühnern, selbsterzeugte Erdbeeren sowie Frühkartoffeln, Obst, Gemüse, Honig und vieles mehr – alles aus der Region. Auch eingelegte Gemüsespezialitäten sind in dem Hofladen erhältlich. Der Spargel zum Beispiel kommt aus Winnigstedt; Wurst- und Wildspezialitäten von Landschlachtern aus der Region. Übrigens: Sechs unterschiedliche Sorten köstlich aromatischer Erdbeeren wachsen auf den Feldern der Domäne. Und Hennen und Hähne leben hier zusammen in einem mobilen Stall, der regelmäßig auf ein frisches Stück Wiese gezogen wird.

Gaumen- und Augenschmaus – ein Besuch im Atelier Café in Wolfsburg

In einem wundervollen Fachwerkhaus in Alt-Heßlingen ist das künstlerische Atelier Café beheimatet. Der gebürtige Gifhorner und Besitzer Tobias Senft war mit seinen Eltern eigentlich nur zu Besuch in Wolfsburg. Als sie jedoch an einem alten Fachwerkhaus vorbeikamen, war ihnen sofort klar: Das ist der perfekte Ort für ein Café. So wurde die über 150 Jahre alte Scheune umgebaut und die Wände zierten von da an Kunstwerke. Der gelernte Koch Tobias Senft kümmerte sich um die Küche und so eröffneten die drei ihr Atelier Café. Das Konzept des Familienbetriebs: wechselnde Kunst und junge Gastronomie in der alten Scheune. Das war vor 23 Jahren. „Neben VfL-Spielern und Kaffeeklatsch-Stammtischen kommen auch Schulschwänzer auf eine Limo oder Frau Müller von nebenan vorbei“, fasst Senft das Spektrum seiner Gäste zusammen, die es sich im kunstbehangenen Café gemütlich machen oder im traumhaften Innenhof die Zeit bei einem Stück Apfelkuchen verbringen.
Auch heute gibt es noch immer leckere Kuchen, doch das Hauptaugenmerk liegt inzwischen auf dem großen Frühstücksbüffet, das Tobias Senft an sechs Tagen in der Wochen anbietet. 70 Sorten Cerealien, etliche Schokoaufstriche, viele Sorten loser Tee, Brötchen, frisches Obst, Aufschnitt, hausgemachte Marmeladen und der eigene Bio-Kaffee, von einer Lohnrösterei für ihn hergestellt – Tobigourmet. Ein Feinschmecker-Magazin zeichnete das Atelier-Café-Frühstücksbüffet als eines der besten Frühstücksspots Deutschlands aus. Mittags gibt es im Café auch ein Mittagsangebot. Der Gastronom hat sogar sein eigenes regionales Wasser: „Tobiquell gibt es nur in Glasflaschen, wir zahlen keine Billiglöhne und die Wege sind kurz – das Wasser wird in Niedersachsen abgefüllt.“

Besitzer Tobias Senft steht in der Eingangstür seines Atelier Cafés.
Das Atelier Café in einem Fachwerkhaus in Wolfsburg. (Foto: Lisa Bertram)

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