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Goslar - Wo Kaiser ihr Herz verlieren

  • Datum: 11. Juni 2021
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Der Marktplatz von Goslar. (Bildrechte: GOSLAR marketing gmbh)
Foto von Miriam Fuchs
Miriam Fuchs
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Marina Vetter führt seit Juli 2020 die Geschicke der GOSLAR marketing gmbh. Im Gespräch verrät sie, wie sie begeisterte Besucher zu Botschaftern für ihre Heimatstadt machen möchte.

An der Spitze der GOSLAR marketing gmbh (GMG) ist sie erst seit kurzem, zum Team der GMG gehört  Marina Vetter aber schon lange. Nach ihrem Tourismusstudium an der Hochschule Harz in Wernigerode stieg sie 2003 als Leiterin für Internet & Online Marketing in der gerade erst gegründeten GmbH mit Michael Bitter als Geschäftsführer ein. Und blieb. Nach Wechseln in der Führungsetage wurde die 42-jährige selbst zur Geschäftsführerin ernannt.

 

Eine brünette Frau im Blazer vor grauem Hintergrund.
Marina Vetter ist seit Juli 2020 Geschäftsführerin der Goslar Marketing GmbH. (Foto: Bilderfamilie Goslar)

Wieder da: Der ursprüngliche GMG-Geist

„Das war anfangs schon komisch“, berichtet Vetter. „Viele von uns kennen ja noch die eher hierarchielose Teamarbeit unter Herrn Bitter und nun komme ich von der Basis und übernehme diese neue Position.“
Dass diese Entscheidung gut war, wurde schon nach wenigen Wochen spürbar. Sowohl im Team als auch zu den Gesellschaftern und den Akteuren der Stadt konnte sie eine neue, aktive und vertrauensvolle Verbindung aufbauen.

Dabei ist Vetter ihren wichtigsten Linien treu geblieben: Zuhören, klar kommunizieren, einfach da sein für die Menschen in ihrem Umfeld und ihre verschiedensten Anliegen – das sei eine der wichtigsten Aufgaben, um sowohl innerhalb des Unternehmens als auch nach außen hin Zusammenhalt und Miteinander zu generieren.
„Jetzt ist im Team der ursprüngliche GMG-Geist wieder zu spüren und es macht Spaß, gemeinsam etwas für Goslar zu bewegen“, so Marina Vetter.

„Es macht Spaß, gemeinsam etwas für Goslar zu bewegen.“

Marina Vetter

Dass sich einiges bewegt, ist auch von außen sichtbar. Die recht emotionale Kampagne „Goslar ist gut!“ zum „Wiedereinstieg“ in die Tourismussaison im vergangenen Sommer war ihr Auftaktprojekt in neuer Funktion.
Spielerisch wurde das markante „Goslar-G“ eingesetzt, um zu zeigen, dass die Stadt geschichtsträchtig, gesegnet, geschützt, geehrt, gechillt, gewitzt, glücklich, großherzig, grün, genial, grenzenlos, gastfreundlich und geliebt ist.

Das kam an, auch bei den Goslarern selbst. „Wenn es uns gelingt, die Goslarer wieder verstärkt zum Botschafter ihrer eigenen Stadt zu machen, haben wir ein wichtiges Ziel erreicht“, beschreibt Marina Vetter ihre Vision.

1100 Jahre, tolle Ideen - und ein „herzlicher" Slogan

Dazu beitragen soll auch das Stadtjubiläum „1100 Jahre Goslar“, das im kommenden Jahr gefeiert wird. Die Organisation wurde an die GMG übertragen und – in diesem Falle dank Corona – konnte sich das Team in den vergangenen Monaten mit voller Energie dem Projekt widmen. Über einen Mottowettbewerb wurde aus über 150 Einsendungen der Slogan „Goslar, wo Kaiser ihr Herz verlieren“ ausgewählt.
In Anspielung auf Kaiser Heinrich III., dessen Herz in der Ulrichskapelle an der Kaiserpfalz Goslar beigesetzt wurde, soll dieses Motto für das 1100-jährige Stadtjubiläum werben.

Die Vorbereitungen laufen und für das Festjahr 2022 steht bereits ein grober Fahrplan für Veranstaltungen und Aktionen, ideenreich wird mit der Jahreszahl 1100 gespielt. Marina Vetter und ihr ambitioniertes Team planen Maßnahmen, die sich auch nachhaltig auf den Bekanntheitsgrad der Stadt auswirken sollen.
Denn, so Marina Vetter: „Wir wollen die Aufmerksamkeit für das Jubiläum nutzen, um Goslar und seine Stadtteile auch als attraktiven Lebens- und Arbeitsort vorzustellen.

Somit werden bei vielen Aktivitäten sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft eine Rolle spielen. „Schließlich schreiben wir auch heute Geschichte“, sagt Marina Vetter mit einem Augenzwinkern.

Ob Krebsforschung aus Vienenburg, Innovationen der Chemieindustrie oder auch der „Goslarer Weihnachtswald“ – regelmäßig melden hiesige Unternehmen Marken und Patente an und gehören zu den Experten in ihren Branchen. „Auch das sind Geschichten, für die wir mehr Bewusstsein vor Ort und überregional schaffen wollen.“

Ein Jubiläumsfeuerwerk und andere Großprojekte

Auftakt zum Jubiläumsjahr wird ein faszinierendes Videomapping auf der Kaiserpfalz direkt am 01. Januar 2022. Hier zeigt sich Marina Vetters Affinität zu den digitalen Medien. Beim Videomapping wird die Oberflächenstruktur der Kaiserpfalz geschickt in bewegte Bilder integriert, um die Meilensteine der vergangenen 11 Jahrhunderte sowie einen Ausblick in die Zukunft zu visualisieren.

 Begleitet von Musik und Lichteffekten dürfen sich die Besucher auf ein eindrucksvolles und sogar kostenloses Erlebnis freuen. Voraussichtlich wird diese multimediale Show mehrmals im Januar gezeigt.
Es folgen viele weitere Aktionen und Veranstaltungen auch und insbesondere für Familien mit Kindern. Als Abschluss des Jubiläumsjahres ist ein zentrales Feuerwerk Silvester 2022 angedacht, vielleicht sogar mit einem Kinderfeuerwerk schon früher am Abend. Als leidenschaftliche Mutter von zwei Kindern liegen Marina Vetter die familienfreundlichen Angebote am Herzen.

Neben den Herausforderungen rund um Corona und das Jubiläumsjahr 2022 liegen weitere Großprojekte bei Marina Vetter und ihrem Team auf dem Tisch: Am ersten Septemberwochenende zieht die Tourist-Information in die neuen Räumlichkeiten im Rathaus um und ist dann auch unterstützend für die Welterbe-Informationsstelle zuständig.

Das neue Goslar-Erlebnis: Ganzheitlich, Emotional, Digital

Dann werden auch die Öffnungszeiten bedarfsorientiert erweitert, so dass Besucher der Stadt täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr einen Ansprechpartner haben. Zudem steht ein Relaunch der Website goslar.de an. Eine neue Datenbank macht es dann möglich, Informationen auch auf externen Monitoren auszuspielen. „Wir können dann ergänzend zum Originalerlebnis ein digitales Storytelling anbieten“, erklärt Marina Vetter. „Dann sieht man beispielsweise, wie in einem kleinen Bergmannshaus früher mehrere Familien und ihre Tiere gelebt haben.“

Die Stadt hat sich außerdem für das Bundesprogramm „Smart Cities“ beworben und ein Ansporn für Marina Vetter ist es, die historische, ehrwürdige Stadt digital erlebbarer zu machen. „Die neuen Technologien machen es möglich, dass wir die Bedeutung unserer Stadt aus dem Mittelalter lebendig visualisieren“, blickt Marina Vetter in die Zukunft. „Ein ganzheitliches, emotionales, digitales Goslar-Erlebnis könnte der Fußabdruck sein, den ich mit meiner Arbeit hinterlassen möchte.“