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Das Kulturquartier Wolfsburg bündelt kulturelle Kräfte

  • Datum: 2. Mai 2021
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Die Partner des kulturquartiers (Bildrechte: kulturquartier)
Foto von zeitORTE
zeitORTE
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Was haben eine weiße Giraffe, eine siebenköpfige Interessengemeinschaft und der Wolfsburger Süden gemeinsam? Sie bilden das neue "kulturquartier" am Wolfsburger Südkopf! Darüber wollten wir natürlich mehr wissen und haben Christopher Hesse, Prokurist des CongressParks in Wolfsburg, gefragt.

Worum geht es beim Kulturquartier?

Das Kulturquartier ist der inhaltliche Zusammenschluss von räumlich verbundenen Kultureinrichtungen am südlichen Ende der Wolfsburger Innenstadt. Auf einem recht dicht bei einander liegenden Areal (Quartier) finden sich die teilweise größten (gemessen an jährlichen Besucherzahlen und Raumangebot) Kultureinrichtungen Wolfsburgs. So befinden sich des Scharoun Theater Wolfsburg, der CongressPark Wolfsburg, das Planetarium Wolfsburg und das Kunstmuseum in unmittelbarer Nachbarschaft – ergänzt um Vertreter der Wirtschaft wie dem Leonardo Hotel City Center und dem Südkopfcenter (bald Museums Arkaden) – die neben der Vermietung von Tagungsräumlichkeiten auch kleinere Events anbieten und daher das Gesamtquartier abrunden.

Was zeichnet den Kulturstandort am Südkopf aus?

Der Südkopf beherbergt vier große Kultureinrichtungen verschiedenster Ausrichtung und bieten ein weitreichendes Angebot an kulturellen Veranstaltungen: von der darstellenden und musikalischen Kultur (Theater) über Wissenschaft (Planetarium), von Bildung und Kunst (Kunstmuseum) bis Musik und Kongressen (CongressPark). Dieses vielfältige Spektrum vereint sich auf einem recht kleinen Areal, bei denen die Einrichtungen nur wenige Fußminuten voneinander entfernt vorzufinden sind. Darüber hinaus haben wir starke Partner wie Hotellerie und Gastronomie in direkter Nachbarschaft, die das Erlebnis Südkopf bzw. kulturquartier abrunden. Die baulichen Gegebenheiten von Alvar Aalto, Hans Scharoun und der Museumsbau von Peter Schweger sind bemerkenswerte Architekturen, die in Wolfsburg Aufmerksamkeit verdienen. Der grüne Klieversberg mit Blick auf das Scharoun Theater, die Fußgängerzone und der großzügige Hollerplatz bieten hervorragenden Freiraum für Aktionen und Aktivitäten, die Aufmerksamkeit für den Standort generieren. Zudem sind der Anschluss an den ÖPNV, das gute Parkplatzangebot, die direkte Sichtbarkeit bei der Einfahrt in die Stadt passende Voraussetzungen für eine Präsenz auch außerhalb von Veranstaltungen.

Kunstmuseum Wolfsburg und Planetarium Wolfsburg sind Partner im Netzwerk der zeitORTE

Wie kam die Initiative zustande?

Die einzelnen Einrichtungen arbeiten seit Jahren sehr gut Hand in Hand zusammen und haben sich bereits im letzten Jahr dazu entschlossen – vorerst als Initiative, zukünftig als Verein – mehr noch den innenstädtischen und vielfältigen Standort am Südkopf gemeinsam unter einem Dach nach außen zu vermarkten. Denn jede Einrichtung hat ihre Besucher/innen und Kunden/innen und dennoch ist der Standort in Summe mehr als nur jede Einrichtung für sich. Diese Synergie soll zukünftig bspw. in der Akquisition von Veranstaltungen und Formaten in den Vordergrund rücken um nicht nur die Einrichtung selbst bei der kundenseitigen Auswahl zu berücksichtigen, sondern den gesamten Standort mit seinen weiterführenden Aktionen und Einrichtungen. So sollen beispielsweise die tagesaktuellen Angebote der einzelnen Partner in den jeweiligen Einrichtungen gleichermaßen vertreten sein, um die Synergien auch vor Ort besser zu nutzen und als Standort attraktiver zu werden.

Welche Ziele werden mit dem Kulturquartier verfolgt?

Die Ziele reichen von ideeller bis monetärer Natur (lächelt) Ganz klar im Vordergrund steht die Vernetzung und Kooperation mit dem Ziel der Nutzung von Synergien am Standort des kulturquartiers bspw. durch gemeinsame Angebote oder auch die Transparenz zwischen den Partnern hinsichtlich Angeboten und Portfolios.
Ebenso möchten wir mit gemeinsamen Konzepten und Aktionen die Flächen in und zwischen unseren Einrichtungen beleben und zu einer höheren Frequenz der südlichen Porschestraße beitragen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die räumliche und städtebauliche Entwicklung des Quartiers und eine gemeinsame Stimme für Herausforderungen, die uns am Standort alle vereinen – bspw. bei der Park – und Verkehrssituation.

Als weitere Ziele haben wir in einem moderierten Kick-Off eine größere mediale Aufmerksamkeit, den Aufbau eines besseren Images in der Stadtgesellschaft und Umsatzsteigerung durch die Nutzung gemeinsamer Synergien erarbeitet.

Christopher Hesse, Prokurist CongressPark (Bildrechte: CongressPark Wolfsburg GmbH)

"Als Kulturschaffende stehen wir nicht in Konkurrenz zueinander. Im Gegenteil: Wir profitieren von einer lebendigen und pulsierenden Kulturszene. Ich bin überzeugt, dass wir als Kulturschaffende und Kulturinteressierte einen positiven Beitrag zur Stadtentwicklung leisten können."

Christopher Hesse, Prokurist, CongressPark Wolfsburg

Wer wird mit dem Kulturquartier angesprochen?

Die Beantwortung geht in zwei Richtungen: zum einen möchten wir weitere Partner und Unterstützer ansprechen, die das Vorhaben für unterstützenswert halten – wie am Beispiel der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg e.G. zu sehen.
Zum anderen wollen wir mit den gemeinsamen Aktionen zwischen und in unseren Einrichtungen jeden Interessierten – ob WolfsburgerInnen oder Gäste unserer Stadt - erreichen, die den südlichen Teil der Porschestraße bisher eher zielgerichtet aufgesucht haben.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Beteiligten in Zeiten der Pandemie und wie werden diese bewältigt?

„Spielbereit bei gedrückter PAUSE-Taste“ – so würde ich die gegenwärtige Situation bei uns beschreiben. Ein unfreiwilliger Alltag aus Kurzarbeit, Homeoffice, Überbrückungshilfen I, II, …, Stornierungen, hoffentlich haltbare Reservierungen und realisierbare Spielpläne für die vielleicht nächste, oder auch erst übernächste Spielzeit. Ein Wechselspiel aus vorübergehender Öffnung und unbestimmter Schließung – eben eine herausfordernde, nicht alltägliche Zeit in der Kultur- und Kreativwirtschaft.
Es haben alle Mitglieder des Kulturquartiers vollstes Verständnis für unseren zu leistenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass wir uns nach mittlerweile über einem Jahr und vielzähligen Beteiligungen an lokalen, überregionalen und bundesweiten Aktionen zur Rettung der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft nicht mehr nur mit Schließungen der Häuser auseinandersetzen müssten.

"Leider begleitet uns die Pandemie nach wie vor und es fehlt den einzelnen Akteuren bundesweit eine haltbare Öffnungsperspektive, die die Kulturproduktionen wieder da hinbringt, wo Kultur hingehört: Zu den Menschen!"

"Ich möchte aber auch nicht die positiven Seiten der „gedrückten PAUSE-Taste“ verschweigen. Sie gibt deutliche Impulse für neue Formate, vorrangig hybrid oder rein digital, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen diese Zeit um sich entsprechend für zukünftige Themen fort- und weiterzubilden und auch mit der Einführung des Mobilen Arbeitens haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht."

Und dennoch schwebt über allem der Wunsch in unser eigentliches Tagesgeschäft zurückzukehren. Zurück zu den Produktionen, zurück zu den Besucherinnen und Besuchern und zurück zu erlebbaren Emotionen – nicht nur für die Kulturschaffenden vor Ort, sondern auch für den Wirtschafts- und Kulturstandort Wolfsburg. Hierzu gehört auch der Hotelgast, der die kulturellen Einrichtungen oder gastronomischen Angebote in der nächsten Umgebung bei seinem Aufenthalt nutzt und zur Standort- und Wohlfühlqualität beiträgt.

 Logo der Interessengemeinschaft kulturquartier
Logo der Interessengemeinschaft kulturquartier (Foto: kulturquartier)

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereins?

Ich persönlich wünsche mir, dass der Verein seine selbstgesteckten Ziele erreicht. Sowohl die Wahrnehmung als Kulturstandort in der südlichen Porschestraße, als auch der fortwährende Ausbau unserer gemeinsamen Schlagkraft als kulturquartier. Ebenso wünsche ich mir, dass wir nach der Vereinsgründung weitere Partner und Förderer vor Ort in unseren Reihen begrüßen können.

Worauf können sich die Besucherinnen und Besucher freuen?

Ich möchte da nicht zu sehr vorgreifen und Erwartungen schüren, die wir nachher auf Grund der anhaltenden pandemischen Lage nicht halten können, aber ich kann zumindest darauf verweisen, dass es – in Abhängigkeit der Lage – in diesem Jahr noch einen gemeinsamen Auftakt in und zwischen unseren Einrichtungen geben soll. Weitere, sich turnusmäßig wiederholende, Konzepte sind intern in der Vorbereitung. Zunächst müssen wir aber die Weichen für den Verein stellen und dann können wir uns gemeinsam unseren eigentlichen Zielen widmen und einen Beitrag für den Standort und die Stadt Wolfsburg leisten. Wir wollen kurz- und mittelfristige Verbesserungen der aktuellen Standortqualität herbeiführen und sehen dies im Kontext der gesamten Stadtentwicklung, die Quartiere auch in der Zukunft neu gestalten wird, als gute Ergänzung an. Daher ist auch die Zusammenarbeit mit der Stadt, der WMG und den anderen Akteuren, die sich für die Stadtgesellschaft einsetzen, beabsichtigt.

Die Angebote des Kulturquartiers sind vielfältig und reichen von Ausstellungen, über digitale Programme bis hin zu Live-Streams.

Das Team der zeitORTE wünscht allen Beteiligten und dem zukünftigen Verein viel Freude und Erfolg bei der Zusammenarbeit und der Verfolgung der gemeinsamen Ziele, damit das Kulturquartier Wolfsburg sich zu einem starken, attraktiven Anziehungspunkt entwickelt!

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