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Rezepttipp: Prilleken aus der Region Braunschweig-Wolfsburg

  • Datum: 16. Mai 2022
  • Kommentare: 2
Fertige Prilleken aus der Region Braunschweig-Wolfsburg (Bildrechte: Imke Sonntag)
Foto von Imke Sonntag
Imke Sonntag
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Früher backte Großmutter sie zu Karneval. Heute schmecken Prilleken zu jeder Jahreszeit, findet Imke Sonntag. Sie hat das kleine Hefegebäck aus der Region Braunschweig-Wolfsburg zubereitet und mit der ganzen Familie getestet.

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Eine traditionsreiche Spezialität aus der Region Braunschweig-Wolfsburg

Neulich schrieb ein Nutzer, er vermisse in unseren Beiträgen über Spezialitäten der Region die Erwähnung von Prilleken. Er bereite sie noch heute gerne zu und sie munden vor allem seinen Enkelkindern. Prilleken? Als zugezogenes Kind der Region muss ich zugeben, dass ich hiervon noch nie gehört hatte. „Das sind frittierte Hefekringel“, klärte meine Kollegin, die ein echtes Kind der Region Braunschweig-Wolfsburg ist, auf. Gepackt von Neugierde und Schaffensdrang erwiderte ich: „Die werde ich auch einmal zubereiten und schauen, ob sie meiner Familie auch so gut munden! Wenn ja, dann schreibe ich darüber“.

Gesagt, getan. Im Internet fand ich allerlei Wissenswertes zu Prilleken. Sie waren schon vor über 300 Jahren im Raum Braunschweig und Harz beliebt und wurden früher zur Karnevalszeit vor allem von den Großmüttern gebacken. Diese nutzten das beliebte Hefegebäck, um sich von den Streichen der Kinder im Dorf freizukaufen. Der Begriff „prilleken“ taucht im bremisch-niedersächsischen Wörterbuch von 1768 auf und bedeutet „mit den Händen rollen“. Der Hefeteig wird dabei zu kleinen Bällchen oder Kringeln geformt, frittiert und mit Zimt und Zucker bestreut. "Kann ja nicht so schwer sein", dachte ich und legte los. Und tatsächlich, schaut selbst im Video, wie einfach die Zubereitung ist!

Unser Fazit: Prilleken gibt's jetzt öfter bei Familie Sonntag

Die Zubereitung selber war schon ein Event für die ganze Familie. Nachdem ich noch recht einsam den Hefeteig gefertigt hatte, unterstützten meine Töchter beim Teig kneten und Prilleken formen. "Das macht so viel Spaß wie Plätzchen backen" kommentierte meine jüngste Tochter unser Schaffen. Mein Mann spannte ich dann für die Fritteuse auf der Terrasse ein. Und schon bald kamen sogar Kinder aus der Nachbarschaft, die beim Bestreuen der fertigen Prilleken mit Zimt und Zucker unterstützten und natürlich immer wieder selbst zugriffen. "Die sind echt lecker. Darf ich meiner Mama auch einen bringen?" fragte unser Nachbarsjunge.  "Klar" sagte ich und plante innerlich schon ein Prillekenevent mit der Nachbarschaft.

Insgesamt haben wir vielleicht 60 Prilleken zubereitet und fast alle an einem Nachmittag weggenascht. Den Rest gab es dann am nächsten Morgen zum Frühstück. Direkt nach der Zubereitung schmeckten sie allerdings am allerbesten! Wer die Prilleken nicht gleich verputzt, kann sie auch einfrieren und dann bei 100 Grad im Backofen wieder aufbacken.

Sicher ist: Die Prilleken gibt's bald wieder bei Familie Sonntag. Vielleicht beim nächsten Mal mit Rosinen oder Marmeladenfüllung? Vielleicht auch mal mit einer Erdbeersoße oder Sahne? Vielleicht  zum Frühstück oder Nachmittagskaffee oder tatsächlich bei der nächsten Feier? Habt ihr das Rezept schon einmal ausprobiert? Dann teilt gerne eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns. Und vielen Dank an unseren Leser, der uns diese traditionsreiche Spezialität aus der Region Braunschweig-Wolfsburg empfohlen hat!

Die Zutaten: Von Butter über Hefe bis zu Zimt und Zucker

Das habe ich für die Prilleken eingekauft und bereitgestellt:

  • 500 g Mehl
  • 30 g Hefe
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 80 g Butter
  • 2 Eier
  • 100 g Zucker
  • eine Prise Salz
  • 1 Päckchen geriebene Zitronenschale
  • 1 kg Pflanzenfett für die Fritteuse
  • Zucker und Zimt zum Bestreuen

Die Zubereitung der Prilleken – viel Spaß und wenig Arbeit

Zunächst bereite ich einen klassischen Hefeteig zu.

Der erste Schritt ist hierbei die Herstellung des Vorteigs:

  • Das Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen
  • In die Mulde die frische Hefe hineinbröseln. Zur Hefe etwas von der lauwarmen Milch, 1 EL Zucker und ein wenig Mehl vom Rand hinzufügen
  • Den Teig an einem warmen Ort (geht auch im Backofen) zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen

Im zweiten Schritt bereite ich den gesamten Hefeteig zu:

  • Butter, Eier, Salz, Zitronenschale und die restliche Milch zum Mehl geben
  • Die Masse mit dem Mixer (Knethaken) zu einem glatten Teig kneten
  • Den Teig erneut abgedeckt 45 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen

Im dritten Schritt forme ich die Prilleken:

  • Den Teig noch einmal durchkneten und auf einer bemehlten Fläche zu Rollen formen
  • Von diesen Rollen kleinere Portionen abtrennen und diese dann zu Bällchen oder Kringeln formen
  • Die Prilleken erneut 20 bis 30 Minuten ruhen lassen

Im vierten Schritt backe ich die Prilleken:

  • Die Prilleken in der Fritteuse in mehreren Portionen in dem Pflanzenfett bei 170 Grad ausbacken
  • Solange die Prilleken noch heiß sind, mit Zimt und Zucker bestreuen

Guten Appetit!

2 Kommentare

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Jens Andersson hat geschrieben

Sehr guter erster Beitrag Frau Sonntag gern auch mal etwas über Quitten (Gelee oder Kuchen) denn die wachsen hier sehr gut.

Imke Sonntag hat geschrieben

Dankeschön, Herr Andersson. Ja, das ist für den Herbst eine gute Idee mit den Quitten.