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Vernetzung durch Vielfalt- CrossMentoring Salzgitter

  • Datum: 15. Juni 2022
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Drei Frauen und ein Mann stehen nebeneinander und lächeln.  (Bildrechte: Meike Buck)
Foto von Meike Buck
Meike Buck
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Die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH (WIS) organisiert in Kooperation mit der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK) und der ALSTOM Transport Deutschland GmbH das Programm „CrossMentoring Salzgitter“, um so Fachkräfte am Standort Salzgitter auszubilden, zu gewinnen, zu halten und weiterzubilden.

Das „Cross“ ist wichtig

Eigentlich sind sie Kontaktvermittlerinnen – Juliane Stockhammer (WIS), Christiane Voss (Bankdirektorin a.D. BLSK) und Gisela Rose-Bauch (Alstom) bringen Menschen zusammen. Die drei Frauen sind die kreativen Köpfe hinter dem Mentoring-Programm. Vor einigen Jahren wurde im Rahmen des bundesweiten Programms „Mehr Frauen in Führungspositionen – Regionale Bündnisse für Chancengleichheit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der EAF I Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft in Salzgitter das Regionale Bündnis Chefinnen Salzgitter gegründet, das unter anderem ein Mentoringprogramm für Frauen aufgelegt hat – quasi der Grundstein für CrossMentoring Salzgitter.

„Den Gedanken dahinter fanden wir grundsätzlich gut, hatten aber viele eigene Ideen, um das Programm voranzubringen“, erzählen Christiane Voss und Gisela Rose-Bauch. So haben sie es kurzerhand selbst in die Hand genommen und mit der WIS einen Kooperationspartner gewonnen, der die Koordination übernommen hat, bestens vernetzt ist und über unzählige Kontakte in der Region verfügt. Denn das „Cross“ im Namen ist entscheidend: Große, mittlere und kleine Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen sowie Führungs- und Nachwuchskräfte aus ganz verschiedenen Tätigkeitsbereichen und aus Salzgitter kommen miteinander in Kontakt.

Branchenübergreifende Tandems

Der Mentor, eine erfahrene Führungskraft aus einem Unternehmen, und der Mentee, die Nachwuchsführungskraft, bilden für ein Jahr lang ein Tandem. Wie der Austausch gestaltet wird, können beide miteinander entscheiden, aber ein persönliches Treffen einmal im Monat hält Juliane Stockhammer für sinnvoll. Zudem organisiert sie Unternehmensbesuche sowie halbjährliche Workshops zu verschiedenen Themen mit externen Referenten und Stammtische für Mentoren und Mentees. Die Mentoren sprechen die drei Frauen meist persönlich an, dabei profitieren sie von ihren langjährigen Kontakten und Erfahrungen in der Region. Die Mentees hingegen werden oft von den Unternehmen angemeldet, die CrossMentoring Salzgitter als Personalentwicklungsinstrument nutzen, so dass auch die Personalabteilungen eingebunden sind. Die Zuordnung der Mentoren zu den Mentees sei natürlich eine Herausforderung, anhand von Steckbriefen und Analysebögen versuchen Juliane Stockhammer, Christiane Voss und Gisela Rose-Bauch, gemeinsame Interessen und Fragestellungen festzustellen. „Im ersten Durchgang hat das ganz wunderbar funktioniert“, freut sich Gisela Rose-Bauch. Von den 18 Paarungen haben 17 das Programm mit großer Begeisterung absolviert. „Und auch wenn es mal nicht passen sollte, sind wir als Ansprechpartner da und bieten Hilfe an.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten CrossMentorings. (Foto: Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter)

Erfahrungen auf beiden Seiten

Entscheidend ist nicht die Lösung von fachlichen Problemen, sondern die Förderung von Führungskompetenz und Personalentwicklung. Die Teilnehmer lernen Softskills, also „weiche Fähigkeiten“ für die eigene Führungsaufgabe- und persönlichkeit, die bessere Balance zwischen Beruf und Freizeit z.B. oder eine erweiterte Sichtweise auf die eigene Position. So können auch mal die Leiterin eines Kindergartens und eine Einkäuferin in der Industrie ein Tandem bilden. „Der unvoreingenommene Blick von außen kann dabei oft sehr hilfreich sein“, erklärt Gisela Rose-Bauch. „Zudem sind Mentor und Mentee bei unternehmensinternen Paarungen oft befangen und zurückhaltend mit Fragen und Ratschlägen. Dabei räumt Christiane Voss mit der Annahme auf, dass der Mentor dabei nur seine Erfahrungen weitergibt. Denn sie ist nicht nur Teil des Organisationsteams, sondern war auch schon Mentorin. „Es ist ein Geben und Nehmen. Auch als Mentor profitiert man von dem Austausch mit den – oft jüngeren – Mentees, kann sein eigenes Verhalten reflektieren, voneinander lernen und miteinander wachsen. Das bereichert auch mich und meine Arbeit.“

Ein Match, das passt

Marcus Knieza zum Beispiel hatte ganz konkrete Fragen an seinen Mentor. 2018 gründete er ein Unternehmen zur Veredelung von Metalloberflächen in Salzgitter und meldete sich als Mentee im ersten „CrossMentoring“-Durchgang 2018 an. „Ich wollte etwas zur Mitarbeiterführung erfahren.“ Dass er sich mit seinem Mentor nicht nur persönlich gut verstand, sondern die beiden Unternehmen nun auch geschäftlich zusammenarbeiten, war dabei ein zusätzliches Glück. Auch nach Ende des Mentoring-Programmes ist der Kontakt geblieben. „Wir treffen uns immer noch zum Essen und tauschen uns aus.“ Doch mittlerweile sind es Gespräche auf Augenhöhe, Marcus Knieza ist seinen eigenen Weg gegangen, hat seine persönlichen Erfahrungen gemacht und ist stolz, sein Unternehmen gut durch die Corona-Krise gebracht zu haben. Dabei habe er auf jeden Fall von dem Austausch mit seinem Mentor profitiert. Das „CrossMentoring“-Programm sieht er als große Bereicherung, die den Standort Salzgitter zusätzlich attraktiv mache. Die Teilnahme, ob als Mentor oder Mentee, kann er jedem nur empfehlen. Ob er sich nun auch vorstellen kann, die „Seiten“ zu wechseln und sein Wissen an andere Mentees weiterzugeben? „Na klar, warum nicht?“

Auf einer Chart ist das Prinzip des CrossMentorings visuell dargestellt.
CrossMentoring visualisiert. (Foto: Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter)

Fortsetzung geplant

Juliane Stockhammer, Christiane Voss und Gisela Rose-Bauch und auch Marcus Knieza sind begeistert von dem Erfolg und den positiven Rückmeldungen der Mentoren und Mentees des ersten Durchgangs. Eine Informationsveranstaltung für die Fortsetzung war schon geplant, als durch Corona alle weiteren Pläne ausbremste. „Aber jetzt geht es wieder los, die Informationsveranstaltung ist für den 7. Juli 2022 geplant und die ersten Anmeldungen sind schon da!“, freut sich Juliane Stockhammer. Die drei Frauen sind zuversichtlich, auch im zweiten Durchgang wieder spannende Tandems zusammenzuführen und dabei möglichst viel „Cross“ zu berücksichtigen – verschiedene Branchen, unterschiedliche Unternehmen, mehrere Altersstufen, andere Kulturen. „Wir wollen Führungs- und Nachwuchskräfte verschiedener Branchen zusammenzubringen und eine bessere Vernetzung in Salzgitter erreichen“, sind sich alle einig.

Drei Frauen und ein Mann stehen nebeneinander und lächeln.
Gisela Rose-Bauch (Alstom), Christiane Voss (Bankdirektorin a.D. BLSK), Marcus Knieza und Juliane Stockhammer (WIS). (Foto: Meike Buck)