Claudia Kayser schätzt und nutzt aktiv starke Netzwerke. Beate Ziehres

"Netzwerken ist mein Beruf" -
5 Fragen an Claudia Kayser

Mit 14 Jahren übernimmt Claudia Kayser ihre erste Führungsaufgabe in einem Kinderkreis – ein früher Start in ein Leben voller Verantwortung. Heute leitet sie die Direktion Wolfsburg der Volksbank BRAWO und ist überzeugt: Ihre Position verdankt sie vor allem einem starken, tragfähigen Netzwerk.

Claudia Kayser gilt als eine der prägenden Netzwerkerinnen in der Region Braunschweig‑Wolfsburg – viele würden sagen, als die Netzwerkerin. In ihrer Funktion als Direktorin verantwortet sie das regionale Bankgeschäft in Wolfsburg und Umgebung, inklusive der Samtgemeinden Brome und Boldecker Land, die Gemeinde Lehre im Landkreis Helmstedt sowie die einzige Volksbank‑BRAWO‑Geschäftsstelle außerhalb Niedersachsens in Klötze in Sachsen‑Anhalt.

Nach außen repräsentiert die Dipl. Bankbetriebswirtin und Prokuristin die Bank, pflegt Unternehmensnetzwerke und treibt gemeinsam mit ihrem Team das Tagesgeschäft der Volksbank BRAWO und regionale Entwicklungsprojekte voran. Zusätzlich steht sie als Vorstandsvorsitzende an der Spitze der BRAWO Stiftergemeinschaft, die Stifterinnen, Stifter und Stiftungen in der Region begleitet und dabei eng mit dem EngagementZentrum und den Mitarbeitenden der Volksbank BRAWO zusammenarbeitet.

Karriere und Engagement für die Region miteinander verbinden

Ihre persönliche Geschichte ist eng mit der Region verknüpft: Geboren im Harz, aufgewachsen nahe Hildesheim, kam sie 1987 erstmals nach Wolfsburg, verbrachte mehrere Jahre beruflich in Wien und kehrte 2003 endgültig zurück – bewusst mit dem Ziel, Karriere und Engagement für die Region miteinander zu verbinden. In Porträts beschreibt sie sich als regionale „Netzwerkerin“, die sich in Braunschweig‑Wolfsburg zu Hause fühlt und Kultur‑ und Freizeitangebote ebenso gezielt nutzt wie sie sie unterstützt.

2025 wurde Claudia Kayser zur Vorsitzenden des Hochschulrats der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften gewählt. Dort begleitet sie unter anderem Entwicklungs‑ und Wirtschaftspläne der Hochschule und setzt sich dafür ein, Wissenschaft und Praxis enger zu verzahnen. „Wir haben jetzt eine Kooperation zwischen Ostfalia und der Wirtschaftsvereinigung Wolfsburg gegründet. Hier sorgen wir für Möglichkeiten der intensiven Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der Hochschule“, sagt sie – etwa durch Projekte, bei denen Studierende oder Professorinnen und Professoren Unternehmen bei aktuellen Herausforderungen unterstützen.
Die Wirtschaftsvereinigung Wolfsburg e.V., die 2022 mit zwölf Gründungsmitgliedern gestartet ist und inzwischen 174 Mitgliedsunternehmen zählt, ist für sie ein Herzensprojekt. „Ich nutze die Netzwerke auch untereinander, um einen Mehrwert zu schaffen“, betont Kayser – ein Prinzip, das auch in der BRAWO Stiftergemeinschaft, im Bündnis mit dem VfL Wolfsburg und in zahlreichen weiteren Kooperationen gilt.

Frauen zum Vernetzen ermuntern

Sie initiiert Formate wie den „Entscheiderinnenabend“, der Managerinnen und Unternehmerinnen zusammenbringt und Themen wie Karriere, Persönlichkeitsentwicklung und Führung in den Mittelpunkt stellt. Ebenso am Herzen liegt ihr die Stärkung von Frauen im Handwerk: Im Netzwerk „UnternehmerFrauen im Handwerk Arbeitskreis Helmstedt‑Wolfsburg“ engagiert sie sich dafür, dass Frauen in selbstständigen oder kaufmännischen Führungspositionen sichtbarer werden, sich kollegial austauschen und Weiterbildung sowie Unterstützung im digitalen Wandel erhalten. 

„Ich unterstütze Netzwerke, die für die Beteiligten nützlich sind und sie voranbringen.“

Claudia Kayser

Im Gespräch verrät Claudia Kayser, Leiterin der Direktion Wolfsburg der Volksbank BRAWO, welche Rolle netzwerken für sie spielt. Beate Ziehres
Im Gespräch verrät Claudia Kayser, Leiterin der Direktion Wolfsburg der Volksbank BRAWO, welche Rolle netzwerken für sie spielt.

​Auch das langjährige Engagement der Volksbank BRAWO für lokale Vereine und Institutionen begleitet sie mit großer Leidenschaft. In der Kooperation hebt sie gemeinsame Werte und regionale Verbundenheit hervor.
 

„Ich bin in alle Themen eingebunden, die meine Direktion direkt oder indirekt betreffen. Dabei kann ich auf großartige Spezialistenteams unserer BRAWO GROUP zurückgreifen.“  

Claudia Kayser

Ihre Aussagen machen deutlich, dass es ihr um nachhaltige Förderung von Stadtentwicklung, Bildung, Sport, Kultur und bürgerschaftlichem Engagement in Wolfsburg und der Region geht.
 

5 Fragen an Claudia Kayser

Frau Kayser, welche Rolle spielen Netzwerke in Ihrem Berufsalltag?
Netzwerken ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit, meine eigentliche Kernaufgabe. Kontakte zu pflegen, herzustellen und zu vermitteln – nach außen zu Unternehmen und Institutionen, aber auch nach innen in unsere Bank – ist das, was meinen Alltag prägt. Als Direktionsleiterin bin ich Ansprechpartnerin für das, was in Wolfsburg und Umgebung passiert; wenn jemand im Konzern einen Kontakt braucht, habe ich meist das passende Netzwerk und stelle den Kontakt her – umgekehrt bin ich für viele auch diejenige, die nach innen die richtigen Ansprechpartner zusammenbringt. Wenn beispielsweise ein Kunde mit einer Reklamation zu mir kommt, kläre ich das Problem gemeinsam mit dem verantwortlichen Bereich in der Bank. Die Kooperation mit den regionalen Institutionen wie der IHK, der Kreishandwerkerschaft oder dem AGV nehmen wir sehr ernst. Wir haben die Verantwortlichkeiten auf verschiedene Direktionen verteilt, damit es immer eine Person gibt, die die Fäden in der Hand hält. Die Ansprechbarkeit und Kundennähe bleibt so auch in einem großen Institut unser Markenzeichen.

Gibt es Netzwerke, die Ihnen besonders am Herzen liegen?
Ja, da gibt es einige: die Wirtschaftsvereinigung Wolfsburg, die Ostfalia Hochschule, die BRAWO Stiftergemeinschaft, das Kulturquartier und natürlich die Allianz für die Region. Diese Netzwerke spiegeln die Vielfalt meiner Themen wider – von regionaler Zusammenarbeit über wirtschaftliche Interessen bis hin zu Kultur und Bildung – und ich bin eine große Verfechterin davon, dass unsere Region noch enger zusammenarbeitet. In der Wirtschaftsvereinigung etwa vernetzen sich Unternehmen, die in Wolfsburg und Umgebung wirtschaftlich tätig sind, darunter auch viele, die man bei klassischen Veranstaltungen kaum wahrnimmt – dort zu sehen, wer hier alles agiert, ist unglaublich spannend. Ostfalia wiederum ist für mich der Blick über den Tellerrand: Man beschäftigt sich mit Themen jenseits des eigenen Kerngeschäfts und merkt gleichzeitig, wie gut sich alles miteinander verbinden lässt – dadurch wächst man persönlich wie beruflich.
 

Claudia Kayser schätzt und nutzt aktiv starke Netzwerke. Beate Ziehres
Claudia Kayser schätzt und nutzt aktiv starke Netzwerke.

Wie haben Sie das Netzwerken als Leidenschaft für sich entdeckt?
Ehrlich gesagt habe ich es nicht bewusst entdeckt, es ist einfach mit mir gewachsen. Schon mit 14 Jahren habe ich nach meiner Konfirmation in unserer Kirchengemeinde einen Kinderkreis und damit früh Verantwortung übernommen. Dort habe ich gemerkt, wie bereichernd es ist, Menschen zusammenzubringen, Gespräche zu führen und Verbindungen zu knüpfen. So fängt man an, sich zu vernetzen – und wenn man dabei merkt, dass es Freude macht und Nutzen stiftet, bleibt es ein natürlicher Teil des eigenen Weges.

Würden Sie insbesondere Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger ermuntern, Netzwerke aufzubauen?
Ich sage jedem jungen Menschen: Netzwerken ist das Allerwichtigste, um beruflich weiterzukommen. Ohne meine Netzwerke wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Ein prägendes Beispiel ist meine Zeit in Wien: Die Idee dazu entstand nur, weil ein Kollege und Freund aus meinem Netzwerk in Frankfurt mir erzählte, was sich dort gerade entwickelt und dass er für ein halbes Jahr nach Wien geht – dadurch hatte ich überhaupt erst die Chance, mich zu bewerben. Als Vermögensberaterin in der Wolfsburger Porschestraße hätte ich von dieser Möglichkeit ohne Netzwerk nie erfahren; solche Chancen ergeben sich immer wieder aus Kontakten, Hinweisen und Empfehlungen. Ohne Netzwerk geht es nicht – weder am Anfang der Karriere noch später.
 

Frau Kayser, zum Abschluss eine eher private Frage: Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?
Bewegung spielt für mich eine große Rolle: Ich versuche, jeden Morgen eine halbe bis dreiviertel Stunde, manchmal auch eine Stunde Sport zu treiben – für mich allein zu Hause, anders lässt es sich zeitlich kaum organisieren. Krafttraining, Fitnesstrampolin, Ergometer, im Sommer Mountainbiken und Schwimmen gehören fest dazu, und seit Kurzem bin ich außerdem in einer Wandergruppe des VfL Wolfsburg aktiv, die am Wochenende gemeinsame Touren unternimmt. Ich mache viel Individual‑Sport, koche gerne, höre Hörbücher und verbringe Zeit mit Familie und Freunden – der Tag ist also gut gefüllt. Und wenn es passt, findet man mich am Wochenende auch beim Fußball oder beim Eishockey, oft gemeinsam mit Kunden aus der Region.
 

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Kayser!