Zum Inhalt springen

Erfolgreich einzigartig – Hidden Champions der Region

 (Bildrechte: VfL Wolfsburg)

Sie sind Weltmarkt- oder Europamarktführer in einem Nischen-Marktsegment, doch ihre Namen sind nicht jedem bekannt – die Rede ist von Hidden Champions. Von diesen besonders erfolgreichen, nicht börsennotierten Mittelständlern mit einem Umsatz von unter drei Milliarden Euro, gibt es auch jede Menge in der Region Braunschweig-Wolfsburg. Es sind Geschichten von Gründern mit Visionen und dem Mut, etwas Neues zu kreieren. Kommen Sie mit auf eine Reise zu dieser „seltenen Spezies“ und entdecken Sie acht Hidden Champions aus Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg.

Pianofortefabrik Grotrian-Steinweg in Braunschweig

Epischen Pianoklängen von fulminant-fröhlich bis dramatisch lauscht man in der ganzen Welt. Dabei setzen zahlreiche Musikfreunde – von Profipianist bis Hobbyklimperer – auf die Tasteninstrumente von Grotrian-Steinweg. Das von Heinrich Engelhard Steinweg gegründete Braunschweiger Traditionsunternehmen fertigt bereits seit 1835 Klaviere und Flügel und zählt zu den ältesten Pianoforte-Fabriken der Welt. Clara Schumann, Paul Hindemith, aber auch Jazzpianist Jacques Loussier, sowie der eng mit Braunschweig verbundene Komponist Hans Werner Henze vertrauten auf den intensiven Klang von Grotrian-Steinweg. Inhaber Wilhelm Grotrians damaliger Rat an seine Söhne Kurt und Willi, die später ins Unternehmen eintraten, wurde zum Leitgedanken des Unternehmens: „Jungs, baut gute Klaviere, dann kommt alles andere von selbst.“

Heute fertigen rund 60 Mitarbeiter jährlich um 500 Pianos, Flügel und historische Tasteninstrumente der Premiumklasse sowie Zuliefer- und Zubehörteile – sie werden gegenwärtig in 60 Länder exportiert. Noch heute ist die Familie Grotrian-Steinweg durch Liebhild Grotrian-Steinweg-Pahl im Gesellschafterkreis des 180-jährigen Unternehmens vertreten.

Pastellportrait von Pianistin und Komponistin Clara Schumann. (Bildrechte: Franz von Lenbach [Wikimedia Commons/Public domain])

„Von nun an diesen Flügel und keinen anderen.“

Clara Schumann, deutsche Pianistin und Komponistin (1819-1896)

Sessio in Isenbüttel

„Mobilität neu erleben“ – so lautet der Leitspruch vom Aktivrollstuhlhersteller Sessio. Doch was macht die Rollstühle des Isenbütteler Unternehmens im Landkreis Gifhorn so besonders? In gerade einmal sieben schnellen Schritten ist Sessio zusammenklappenbar. Danach ist er wiederum so klein, dass er ins Handgepäck passt. Das macht ihn zu einem praktischen Begleiter und erspart zudem teure Umbauten des Autos. Doch nicht nur gehbehinderte oder mobilitätseingeschränkte Menschen benötigen Rollstühle – auch aus dem Behindertensport sind sie nicht wegzudenken. Der Fecht-Doppelweltmeister Maurice Schmidt beispielsweise ist vollends von seinem Sessio überzeugt. Serienoptimiert wurde das Gefährt mit patentierter Aufstellfunktion übrigens mit Hilfe mehrerer Rollstuhlfahrer wie z. B. dem Gifhorner Handbiking-Weltmeister Stefan Bäumann. Der Rollstuhl richtet sich an jeden, der aus der Wachstumsphase heraus ist – auch an viele junge Kunden, die nach dem Führerschein mobil und unabhängiger von Hilfspersonen sein möchten, erklärt Geschäftsführer Lutz Kadereit, der das innovative Unternehmen zusammen mit Dietmar Lenz leitet.

„Wir sind in der Lage, unseren Kunden einen Rollstuhl wie einen Anzug maßzuschneidern, denn durch die einfachen Grundbestandteile – gerade Rohre und glasfaserverstärkte Kunststoffmanschetten – können wir den Sessio zentimetergenau auf den Nutzer zuschneiden.“

Lutz Kadereit, Geschäftsführer von Sessio

Stöbich Brandschutz in Goslar

Bauliche Brandschutzsysteme, textile Feuer- und Rauchschutzlösungen – Sicherheit wird bei dem Hidden Champion Stöbich Brandschutz aus Goslar ganz groß geschrieben. Die Geschichte beginnt 1980 wie ein klassisches Start-up-Märchen: Als Ein-Mann-Show nimmt Jochen Stöbich in seiner Garage die Arbeit auf. Heute leitet er als Geschäftsführer knapp 1.000 Mitarbeiter an. Für Geschäftsfelder, die nicht direkt ins Portfolio der Brandschutzprofis passen, wurden inzwischen zwölf Tochtergesellschaften gegründet. „Auch nach 39 Jahren fühlen wir uns in der Region immer noch wohl. Es bestehen enge Verbindungen zu der Technischen Universitäten Brauschweig und der Technischen Universität Clausthal, zu der Fachhochschule Wolfenbüttel, aber auch zu der Fraunhofer Gesellschaft. Sie alle haben uns bei Produktentwicklungen unterstützt. So haben wir derzeit circa 190 Patente, sind zweimal bei den TOP-100-Innovatoren dabei gewesen, haben diverse Innovationspreise bekommen und waren 2018 Unternehmer der Region 38“, erzählt Jochen Stöbich. Dies schlägt sich auch darin nieder, dass Stöbich Brandschutz in den Katalog der „Hidden Champions“ mit aufgenommen wurde, sowie im Lexikon der deutschen Weltmarktführer.

Dr. Jochen Stöbich vor der Stöbich Holding GmbH & Co. KG in Goslar.  (Bildrechte: Stöbich Holding GmbH & Co. KG)

„Auch nach 39 Jahren fühlen wir uns in der Region immer noch wohl. Es bestehen enge Verbindungen zu den Technischen Universitäten Brauschweig und Clausthal, zu der Fachhochschule Wolfenbüttel, aber auch zu der Fraunhofer Gesellschaft.“

Jochen Stöbich, Geschäftsführer von Stöbich Brandschutz

W. Quandt Dachbahnen- und Dachstoffefabrik in Schöningen

Es schützt uns vor Nässe und Kälte und ist nicht wegzudenken – das Dach über unserem Kopf. Ein Teil dieses Daches wird bei der W. Quandt Dachbahnen- und Dachstoffefabrik in Schöningen im Landkreis Helmstedt gefertigt. Bereits seit 1868 produziert man mit planerischem Sachverstand, arbeitet aber auch permanent an innovativen Baustoffentwicklungen und der Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit der Quand-Dachbahnen. Im Jahr 2017 feierte das in der fünften Generation geführte Familienunternehmen übrigens seinen 150. Geburtstag. Hier eine Auswahl an bekannten Gebäuden, die auf Dachbahnen des Berliner Unternehmens mit seiner Dependance in Schöningen setzen: Bundeskanzleramt Berlin, Daimler-Benz Hauptniederlassung Berlin, Staatsoper Hamburg, Flughafen Berlin-Brandenburg International, Schloss Sanssouci Potsdam, Hotel Adlon Berlin, Deutscher Reichstag Berlin, BMW Werk Berlin und viele weitere.

Weitkowitz GmbH in Peine

Bereits seit über einem Jahrhundert fertigt die Weitkowitz GmbH Kabelverbinder und Presswerkzeuge für Profis und ist einer der führenden deutschen Hersteller von Kabelschuhen und Aderendhülsen. Ihr Slogan: „Eine sichere Verbindung – Garantiert!“ – ein Versprechen, auf das sich namhafte Kunden auf der ganzen Welt verlassen. Seit 1949 befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in Peine. Als mittelständiges Unternehmen liegen die besonderen Stärken der Weitkowitz GmbH im Bereich der Elektro- und Automobilindustrie, im Maschinenbau, der erneuerbaren Energien und seit 2002 zudem im Bahnbau – genauer: dem Bereich Bahnerdung.

Rudolph & Sohn GmbH Fahrzeug- und Maschinenbau in Salzgitter

Trecker fahren rangiert auf der Wunschliste kleiner Kinder ganz weit oben. Bei der Rudolph & Sohn GmbH in Salzgitter-Heerte kann man die Begeisterung für Landmaschinen dann auch noch im Erwachsenenalter ausleben. Bereits seit 1925 ist das Unternehmen in der Stadt ansässig. Damals zeigten die Arbeiten des Schmiedemeisters Karl Rudolph sen. bereits seine Vorliebe zur Landwirtschaft. Das Credo „Qualität aus Tradition“ wird von Generation zu Generation weitergelebt. Dabei tüfteln die Maschinenbauer von Rudolph & Sohn aber auch an neuen Produkten. Patentiert und super praktisch: Der erste Dreiseitenkipper mit Portalfunktion. Seine linke Seitenwand lässt sich zusätzlich zur Pendelfunktion auch komplett als Portaltür öffnen. Landtechnik am Puls der Zeit – made in Salzgitter.

Ein grün-rotes Fahrzeug der Rudolph & Sohn GmbH in Salzgitter-Heerte bei Sonne und blauem Himmel.
Ein Landwirtschaftsfahrzeug der Rudolph & Sohn GmbH mit Sitz in Salzgitter-Heerte. (Foto: Rudolph & Sohn GmbH)
Porträt von Dipl.-Ing. Henning Rudolph. (Bildrechte: Rudolph & Sohn GmbH)

„Fortschritt und Stabilität sind seit jeher die Grundwerte unseres Handelns und unserer Produkte. 1925 hat sich Karl Rudolph sen. als Schmiedemeister in Salzgitter-Heerte niedergelassen. Seitdem produzieren wir landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, die für innovative Technik, hohen Gebrauchsnutzen und langlebige Spitzenqualität ,made in Germany‘ stehen.“

Henning Rudolph, Geschäftsführer Rudolph & Sohn GmbH

Pan Acoustics in Wolfenbüttel

Wolfenbüttel hat als Lessingstadt nicht nur leidenschaftliche Lyrik und Prosa zu bieten, sondern auch exzellenten Sound. Im Jahr 2002 gründete der Musikliebhaber und begeisterte Audiotechniker Udo Borgmann die Pan Acoustics GmbH und fertigt seither Lautsprecher, Beschallungssysteme und digitale Audiolösungen auf höchstem technischen Niveau. Sein rund 15-köpfiges Team mit überwiegend technisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung, teilt seine Passion für Elektronik und Mikroprozessorentechnik und kennt sich mit Mikroprozessoren, Schaltplänen und Platinenlayouts ebenso gut aus wie mit komplexer Hard- und Software. Qualität, Design und Klang werden bei Pan Acoustics großgeschrieben. Doch auch Corporate Social Responsibility ist Udo Borgmann äußerst wichtig. Daher investiert das Unternehmen kontinuierlich in die Fortbildung seiner Belegschaft und arbeitet bevorzugt mit regionalen Zulieferern.

VfL Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg steht für Spitzensport – doch nicht nur für den „analogen“ auf dem Rasen, sondern auch für die digitale Variante. So ist das Wolfsburger Unternehmen Marktführer im Bereich E-Sports. Als erster Fußball-Bundesligist engagiert sich der Verein unter dem Motto „Fußball ist alles“ im Segment des elektronischen Sports. Mit Benedikt ‚Salz0r' Saltzer und Timo Siep 'TimoX' unterstützt man aufstrebende E-Sportler der Gaming-Szene, genauer: bei der Fußballsimulation Fifa. Bereits bei seinem ersten großen Turnier für Grün-Weiß, dem Electronic Sports World Cup 2016 in Paris, sicherte sich Benedikt ‚Salz0r' Saltzer direkt den Vizeweltmeister-Titel. Die VfL-GamingZone lässt die Herzen von Gamer- und Fußballfans höher schlagen: Seit 2017 können sich Anhänger der Wölfe in Halle09 der Volkswagen Arena am Controller bei einer Partie FIFA messen und an ausgewählten Spieltagen sogar gegen die Wölfe-E-Sportler antreten.

Benedikt ‚Salz0r' Saltzer und Timo Siep 'TimoX' in VfL-Trikots.
Mit Benedikt ‚Salz0r' Saltzer und Timo Siep 'TimoX' unterstützt der VfL Wolfburg aufstrebende E-Sportler der Gaming-Szene. (Foto: VfL Wolfsburg)
Leiter der Unternehmensentwicklung beim VfL Wolfsburg Felix Welling während eines Interviews.  (Bildrechte: VfL Wolfsburg-Fußball GmbH)

„Der VfL Wolfsburg steht für ein ganzheitliches Fußballverständnis und hat bereits im Jahr 2015 Profis der virtuellen Fußballsimulation FIFA (EA Sports) vorgestellt. Heute repräsentieren unsere FIFA-Profis und unsere Nachwuchstalente an der Konsole unsere Farben weltweit und gewinnen junge Fans für den Club.“

Felix Welling, Leiter Unternehmensentwicklung VfL Wolfsburg