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Kopf hoch – Tanzen! Was geht in Braunschweigs Clubszene?

Frau tanzt in der Menge. (Bildrechte: christo.cc)

Wenn es Nacht wird, trifft sich das Partyvolk der Region in der Löwenstadt. In den letzten Jahren hat hier die immer schon vitale Clubszene ihren ganz eigenen Stil gefunden. Tanzen ist Wandel, schnell und flexibel. Kaum schließt ein Laden, weil ein Projekt ausläuft oder die Zwischennutzungszeit abgelaufen ist, öffnet ein paar Straßen weiter der Nachfolger in neuem Gewand. Nur eines bleibt gleich: Tanzen kann man in Braunschweig immer, unabhängig davon welche Location gerade als der neueste Geheimtipp für die coole Avantgarde gilt.

Tanz im Turm auf der Meile

Das Epizentrum der bebenden Braunschweiger Nächte ist ohne Frage die „Meile“. Zu finden ist sie zwischen Oker und Innenstadt, etwa entlang der Linien Südstraße - Wallstraße und Gieseler - Kalenwall - Bruchtorwall, samt dem anschließenden „Kultviertel“, wie der südliche Innenstadtbereich mit dem offiziellen Namen Friedrich-Wilhelm-Viertel in der Szene genannt wird. Hier blitzen wie Pailletten an einer Discokugel dutzende Clubs, Bars und Restaurants nebeneinander auf und machen die Ecke zum Braunschweiger Partyviertel schlechthin.

Kopf hoch – Tanzen! Was geht in Braunschweigs Clubszene?
Wenn es Nacht wird, trifft sich das Partyvolk der Region in der Löwenstadt. In den letzten Jahren hat hier die immer schon vitale Clubszene ihren ganz eigenen Stil gefunden. Begleite @dieserbaran durch die Clubs der Löwenstadt.

Eine Konstante im Braunschweiger Nachtleben über die Jahre ist der Turm am Gieseler. In dem Gebäude sorgen gleich vier angesagte Clubs für Nachtschwärmer, die in der trendigen Disco-Kolchose bis in den frühen Morgen tanzen können. Ob Urban Alternative Hop mit Electro-Dressing, Soul, Trash Pop oder RnB, in einem der Clubs finden Sie mit Sicherheit den Sound, der Sie durch die Nacht trägt. Zwischendurch entspannen in einer Lounge oder doch lieber eine Challenge beim Kicker-Turnier oder im Mario-Kart-Duell? Hier geht alles. Zwischendurch gibt es Stärkung vom Grill, und in unregelmäßigen Abständen lockt die legendäre Turmparty, bei der man mit einem Eintrittspreis alle Clubs des Towers nach Herzenslust betanzen kann.

„Hier gibt es für jeden Freund des Nachtlebens einen Anlaufpunkt. Auch aus musikalischer Sicht ist für jeden etwas dabei.“

(Gennadi Frei, Privileg-Club)

Im Bunker aus der Deckung kommen

Entlang der „Meile“ wird nicht nur im Turm, sondern auch knapp 150 Meter weiter im Bunker gefeiert. Im Partybunker am Kalenwall finden Sie einige der angesagtesten Clubs der Stadt, wie etwa das 42° Fieber. Woche für Woche kommen tausende Tanz- und Feierfreudige in den Hochbunker. Mehrere Dancefloors, dazu schickes Bar-Ambiente mit Lounges und VIP-Ecken, ob im Red Room oder in der Cave Noir. Im obersten Stock im Flamingo Rosso kann erst leckere Pizza genossen werden, bevor sich das Restaurant mit jeder vorrückenden Stunde immer mehr in einen hippen Club verwandelt. Kurzum: Im Partybunker können Sie jedes Stadium der Nacht in der passenden Location verbringen – bis die Sonne aufgeht.

Hyperurban geht es auch im Privileg-Club zu, einer weiteren Konstante der Braunschweiger Clubszene: Riesige LED-Leuchtwände sorgen für wilde Licht-Atmo zur rauschenden Party. Wer vor Mitternacht erscheint, erhält freien Eintritt. Junge Herren aufgepasst: Am Wochenende müssen Sie 21 Jahre alt sein, um hier eingelassen zu werden, und auf den Dresscode, obwohl leger und entspannt, wird durchaus geachtet. Es ist eben ein gewisses Privileg, hier zu tanzen. Der Clubmanager des Privileg ist ein echter Fan der „Meile“ – im Interview sagt er uns: „Die ´Meile´ ist das Herzstück des Braunschweiger Nachtlebens, auf der viele verschiedene Clubs und Gastronomien ansässig sind. Das Besondere ist, dass es für jeden Freund des Nachtlebens einen Anlaufpunkt gibt. Auch aus musikalischer Sicht ist für jeden etwas dabei. Angefangen von Charts über Black Music bis hin zu Underground. Keine Wünsche bleiben offen. Seit über elf Jahren sind wir schon mit dem Privileg Club auf der ´Meile´ ansässig, die mittlerweile auch zum ´Kultviertel´ gehört – und möchten es auch nicht mehr missen.“

For He’s a Jolly Good Fellow

Jahrzehntelang war das Jolly Joker einer der zentralen Orte des Braunschweiger Nachtlebens. Ganze Generationen von Partygängern klebten hier auf dem legendären Boden fest. Beim Gedanken daran seufzt sehnsüchtig noch so mancher inzwischen herangereifte bis sanft ergraute Braunschweiger in Erinnerung an seine wilde Zeit. Dann war 2012 plötzlich Schluss. Ganze fünf Jahre waren die ehemaligen Fabrikhallen am Jödebrunnen geschlossen, bevor sie seit April 2017 wieder als Großraumdisco die Nachtschwärmer anlocken wie das Licht die Motten. Der neue Name: Jolly Time. Natürlich rundum erneuert, aber an große Traditionen anknüpfend. Neben dem zentralen Dancefloor, an dem renommierte DJs die Turntables rocken, kann man sich in den verschiedenen Areas der Hallen auch ganz anderen Musikgenüssen hingeben. In der Schlagerbar etwa. Die Fangemeinde hält hier der Musik der Großeltern die Treue, bei allerdings gar nicht altbackener Stimmung.

Ein Netz aus Nightlinern

Aus den weiteren zahlreichen Läden – mehr als ein Dutzend bedienen allein die Nightliner-Schiene, wo es erst ab Mitternacht so richtig abgeht – sollen an dieser Stelle Einzelne gar nicht groß herausgehoben werden. Dafür ist das Braunschweiger Nachtleben viel zu leb- und wechselhaft. Dieser kleine Überblick über die Szene der Stadt wäre jedoch unvollständig, ohne die Haifischbar nicht wenigstens erwähnt zu haben. Einen Hauch von Reeperbahn spürt man hier seit über 15 Jahren. Die Bar zwischen Bürgerpark und Innenstadt ist nach wie vor einer der beliebtesten Nachttreffs für ein gemischtes Publikum, von lokalen Promi-Größen bis zu Nachtgestalten in ganz eigener Umlaufbahn. Ob neue Bewusstseinsstufen im Absinth oder musikalische Erleuchtung bei einem der unregelmäßigen Geheimtipp-Konzerte, hier erlebt man allerhand Überraschungen.

Die Mensa als Dancefloor

Zu Semesterbeginn müssen Studierende zum Partymachen nicht mal den Campus verlassen. Sie bekommen nämlich Besuch von den Szenegrößen des Braunschweiger Nachtlebens. Bei den inzwischen traditionellen Mensa-Partys in der Mensa II legen DJs auf, um die Motivation für das kommende Semester in die Höhe der bpm ihrer heißesten Tracks schnellen zu lassen. Und wer neu zum Studium in die Löwenstadt gekommen ist, bekommt hier in nur einer Nacht einen Intensivkurs „Braunschweiger Nightlife“.

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