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Hofladen Hagemann: Eier und frisches Fleisch in Salzgitter

  • Datum: 17. September 2019
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Foto von Shirin Schönberg
Shirin Schönberg
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Wo kommen meine Lebensmittel eigentlich her? Eine Frage, die Verbraucher zunehmend beschäftigt. In Salzgitter-Engelnstedt weiß man das ganz genau. Hier bietet die Familie Hagemann in ihrem Hofladen Freilandeier von rund 1500 eigenen Legehennen und frisches Fleisch von ihren Weidehähnchen und Weideschweinen an. Ich durfte mich im Laden, auf dem Hof und bei den Tieren einmal umschauen

Simone Hagemann und Sohn Henrik Hagemann vor ihrem Hofladen in Salzgitter. (Foto: Shirin Schönberg)

Zuerst wurde an der Haustür verkauft

Alles begann 2016, als sich Simone Hagemann überlegte, dass sie gerne Hühner halten würde, um selbst Eier verkaufen zu können. „Die Kinder waren langsam aus dem Haus und so hatte ich Zeit für ein neues Projekt“, erzählt sie. Kurzerhand baute ihr Mann ihr einen mobilen Hühnerstall für 70 Legehennen. Bis dahin war der Hof Hagemann in Salzgitter-Engelnstedt ein reiner Ackerbaubetrieb. Weizen, Gerste, Rüben und im Herbst Kürbisse – dafür war Hagemann bekannt. Doch der Eierverkauf an der Haustür lief gut. „Wir waren immer ausverkauft“, sagt Simone Hagemann. Es mussten also mehr Hühner her.

Mittlerweile leben rund 1500 Hühner in fünf Hühnermobilen rund um den Hof der Familie Hagemann. Am Tag legen sie etwa 1200 Eier. Zu viele, um sie weiterhin an der Haustür zu verkaufen. „Also haben wir die Autogarage zum Hofladen umgebaut“, erzählt Simone Hagemann. Hier können die Kunden nun an sechs Tagen in der Woche per Selbstbedienung einkaufen. „Das klappt sehr gut“, sagt Simone Hagemann. Zum Sortiment gehören mittlerweile neben den Eiern auch Fleisch von den eigenen Weide-Masthähnen und Weideschweinen. Außerdem Nudeln aus den selbst produzierten Eiern, Honig, Milch und Kartoffeln von Partnerbetrieben.

Hühner fühlen sich wohl im Hühnermobil

Simone Hagemann nimmt mich mit, um mir Tiere zu zeigen. Wir starten bei den Hühnermobilen, die im Prinzip Hühnerställe auf Rädern sind. Einmal in der Woche wechseln die mobilen Hühnerställe den Standort. Dadurch werden Verschlammung und Verkahlung des Bodens im Auslauf verhindert und Krankheiten bei den Hühnern vorgebeugt. Die Tiere haben ständig Zugang zu frischem Grün und Sonne, weil sie selbst entscheiden können, ob sie sich im Stall oder draußen aufhalten. Zweimal am Tag werden die Eier eingesammelt. Nach rund einem Jahr werden die Legehennen geschlachtet und als Suppenhühner im Hofladen verkauft.

Für alle, die gerne ein bisschen mehr Fleisch verspeisen (denn ein Suppenhuhn bringt nur 800 bis 900 Gramm auf die Waage), gibt es bei Hagemanns auch Fleisch von Weide-Masthähnen zu kaufen. „Unsere Weidehähnchen sind eine besonders robuste und langsam wachsende Rasse, die besonders gut für die Freilandhaltung geeignet ist“, erklärt Henrik Hagemann, der Sohn von Simone Hagemann. Die Hähnchen kommen als Eintagsküken, also an dem Tag, an dem sie geschlüpft sind, auf den Hof. Mit etwa vier Wochen ziehen sie vom Kükenstall in den mobilen Hähnchenstall um. Wenn sie geschlachtet werden, bringen sie rund zwei Kilogramm auf die Waage.

Zweimal am Tag werden die Eier aus den Nestern gesammelt. (Foto: Shirin Schönberg)

Frisches Fleisch und Wurst kommen vom Weideschwein

Unsere letzte Station sind die Weideschweine. Etwa 50 Stück hält Familie Hagemann und wie der Name schon sagt leben die Schweine auf einer Weide. So sind sie das ganze Jahr über draußen und haben viel Platz, um sich auszutoben. Zum Schutz vor Regen, Wind und Kälte gibt es isolierte Hütten. Die Schweine bekommen hofeigenes Futter und werden frühestens mit acht Monaten geschlachtet. „Wir lassen im Schnitt ein Schwein in der Woche schlachten“, sagt Henrik Hagemann. Geschlachtet wird in einer kleinen Schlachterei in Bettmar im Landkreis Peine. Ein Fleischer aus Braunschweig stellt dann aus dem Fleisch verschiedene Sorten frische Wurst und Dosenwurst her, die ebenfalls im Hofladen der Hagemanns gekauft werden können. „Wir verkaufen auch das frische Fleisch – meistens samstags, damit auch Berufstätige ausreichend Zeit zum Einkaufen finden“, sagt Henrik Hagemann. Die Nachfrage ist groß – schließlich wissen Kunden hier, woher ihre Produkte kommen.

Die Schweine leben das ganze Jahr über draußen. (Foto: Shirin Schönberg)

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