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Von Hofcafé bis Hochhaus-Restaurant: Wohlfühlen und Genuss in der Region

Eine Glasfront gibt den Blick in die Küche des Bernsteinsee Restaurants frei. (Bildrechte: Bernsteinsee Restaurant GmbH/Janina Snatzke)

Die Sonne scheint wieder wärmer. Und gerade jetzt können wir es gebrauchen, uns nach den langen, oft einsamen Winterwochen wieder in die aufblühende Natur zu begeben, uns etwas wirklich Gutes zu tun, die Zeit zu genießen. Ob Sie in oder an einem Hofcafé mit regionalen Produkten im Sonnenschein entspannen, sich bei „Fräulein Wunder“ ein wundervolles Frühstück bestellen oder sich ein Wellness-Paket mit allerlei Genuss-Goodies aus der Gegend packen zu lassen: Genießen Sie den Frühling in der Region Braunschweig-Wolfsburg!

Was bedeutet Genuss? Und warum kann Genuss in seinen vielen Formen gerade jetzt für uns so wichtig sein?
Bevor wir einen Teil all der schönen und besonderen Orte in der Region Braunschweig-Wolfsburg vorstellen, an denen wir uns kulinarischen Genüssen hingeben können, wollen wir diese und andere wichtige Fragen mit einer Expertin klären.

„Wir sollten uns bewusst die Frage stellen: ‚was ist gut‘?“

Cornelia Fiechtl aus Wien ist als Diplom-Psychologin auf gesundes Essverhalten und ein positives Körpergefühl spezialisiert. Sie ist vor allem in Österreich, aber auch in Deutschland, in den Medien präsent und hat sich für ein Interview mit die-region Zeit genommen.

Eine junge Frau lehnt an der Wand und lächelt in die Kamera.
„Genuss erfordert die Öffnung aller Sinne", sagt Cornelia Fiechtl. (Foto: Alexander Müller)

Frau Fiechtl, was bedeutet Genuss für Sie?

Genuss bedeutet für mich, wenn ich zum Beispiel etwas esse: Meine volle Aufmerksamkeit darauf zu richten. Und das, was ich tue, einfach mit allen Sinnen zu erkunden. Wenn ich zum Beispiel eine Situation mit Freunden genieße, dann bedeutet das für mich, mit meinen Gedanken und meiner Aufmerksamkeit ganz im Hier und Jetzt zu sein und nicht schon beim nächsten To-Do.

Kann auch ein „schneller Genuss“ nachhaltig für unser Wohlbefinden wirken?

Da ist ein Widerspruch. Wenn ich etwas schnell tue, kann ich es eigentlich kaum genießen. Denn Genuss würde erfordern, dass alle Sinne und die Aufmerksamkeit mit eingebunden sind. Wenn ich bewusst genieße, dann ist es natürlich nachhaltiger, weil es bewusst im Gehirn, im Gedächtnis verarbeitet wird.

Würden Sie sagen, dass Genuss gerade in dieser Zeit noch einmal wichtiger ist oder eine größere Rolle für uns spielen kann?

Ich denke, das kann man mit Ja beantworten. Denn wenn irgendetwas Schlimmes oder Negatives passiert, wie jetzt die Corona-Pandemie, dann tendieren wir dazu, dass wir mit der Aufmerksamkeit dorthin gehen und uns damit eher für weitere negative Dinge öffnen und sich dann ein regelrechtes negatives Mindset entwickelt.

Und was können wir dagegen tun?

In einer Krisenzeit wie dieser sollte man sich auch ganz bewusst die Frage stellen: „Was ist gut?“ Ein Punkt ist zum Beispiel, dass viele von uns nun mehr Zeit als ursprünglich geplant oder gar gewollt zur Verfügung haben. Nutzen wir sie!

Wie können wir dieses Plus an Zeit gut mit Genuss verbinden?

Gerade in sonst sehr schnelllebigen Zeiten, wo wir vielleicht weniger kochen, uns weniger mit Lebensmitteln, mit Produkten, mit dem Essprozess beschäftigen, ist der Genuss einfach total wichtig, glaube ich. Wir sollten wieder schauen: Was esse ich da überhaupt und wie esse ich das - um wieder einen Bezug zwischen uns und den Lebensmitteln herzustellen.

Mehr Informationen zu Cornelia Fiechtl, ihrem ganzheitlichen Coaching und ihrem regelmäßigen Podcast finden Sie hier:

Restaurants und Cafés in der Region: Von Hofcafé bis Hochmodern

Von Harzer Höhenvieh bis Hochhausrestaurant – hier in der Region bekommen Sie die ganze Palette kulinarischer Genüsse präsentiert.
Fangen wir mal oben an. Also nach Höhenmetern. Dass dies in der Region Braunschweig-Wolfsburg regelmäßig auch Hochgenuss bedeutet, wird an einem Ort wie dem Alten Rathaus Wildemann deutlich, einem kleinen Hotel und Slow-Food Restaurant im Landkreis Goslar. Hier werden Traditionelles, Lokales, wie auch moderne Kreationen mit neuem Schwung und Stil zubereitet und serviert.

Wer auch gerne ästhetische Anregung genießt und die Gedanken schweifen lassen will, braucht nicht weit fahren und sollte einmal im Café Winuwuk vorbeischauen. Fantasievolle Formen, Winkel und Achsen lassen einen Besuch nicht nur zum Geschmackserlebnis werden.

Köstliches für Leib und Kehle

Wenn das Essen Leib und Seele zusammenhält, wie man so schön sagt, ist die „Soul & Soup Kitchen“ in Goslar sicherlich einer der besten Orte, an dem sich beides wieder zusammenfügen lässt. Viel unaufgeregten Stil, hohe Qualität und noch mehr Herzenzwärme erwartet Gäste in dem Veggie-Restaurant, was laut Fachpresse zu den besten in Deutschland gehört.

Noch mehr Genuss im Landkreis Goslar

Wie im Urlaub

Wer sich und seinen Lieben selbst etwas wirklich außergewöhnliches zubereiten möchte, sollte sich einmal über das Harzer Rote Höhenvieh informieren. Die urige Rinderrasse entstand über die Jahrhunderte durch die räumliche Isolation und weidet in den Höhenlagen des Mittelgebirges.
Den Erwerb eines Stück Fleisches lässt sich wunderbar mit einer Wanderung zu den Weidegründen verbinden.
Wer erst einmal kosten möchte, kann dies beim traditionellen Viehaustrieb zu Pfingsten in Wildemann tun, übrigens ein echtes touristisches Highlight.

„Erhaltung durch Aufessen“, nennt Schlachter Alexander Samawatie das Konzept für die selten gewordenen Rasse. Je mehr Genießer das Fleisch zu schätzen wüssten, desto mehr Tiere werde es geben. „Und das Fleisch ist einzigartig“, sagt er.

Harzer Rotes Höhenvieh auf der Weide.
Harzer Rotes Höhenvieh auf der Weide. (Foto: Harzer Tourismusverband/Jutta Thielecke)

Wie nett!

... das ist tatsächlich und unwillkürlich der erste Gedanke, wenn man das „Vin-Nett" in Lehre betritt. Hier lädt sofort das herzliche und gleichzeitig sehr stilvolle Ambiente ein - aber zu was eigentlich? Zum relaxten Kaffeetrinken, zum Stöbern zwischen all den liebevollen Präsenten und kleinen Kostbarkeiten - sogar zum Rauchen in einer entspannten Lounge nebenan. 

Vor allem aber zum Genießen! Das Bistro verspricht einen unaufgeregten, aber jederzeit frischen und exquisiten Genuss - Ob zum Start in den Tag, Nachmittags zum Kuchen oder zwischendurch. Die hochwertigen Öle und Weine sind inzwischen in der ganzen Region bekannt, zu empfehlen ist übrigens der Bardolino aus Italien.

Sie möchten gerne selbst kochen können wie ein Chef de Cuisine? Kann man lernen! In der „Kochschmiede“ in Rennau, ebenfalls im Landkreis Helmstedt gelegen, bereiten Sie unter Anleitung von Küchenchef Korki Nimz mit Freunden, Familie oder Kollegen ein hochklassiges Menü mit den eigenen Händen zu - oder Sie lassen sich in dem ganz individuellen Ambiente mit gemauertem Kamin in dem großen, altehrwürdigen Fachwerkhaus selbst verwöhnen.
Fest steht: Einen besseren Gastgeber und Kochlehrer als Nimz könnte man sich dabei kaum wünschen: Er leitete 25 Jahre lang das französische Restaurant „Le Cochon" in Wolfsburg.  

 (Bildrechte: Die Kochschmiede)

„Die Kochschmiede bietet einen exzellenten, individuellen lukullischen Hochgenuss in einem traumhaften, persönlichen Ambiente. Noch „größere“ Genussorte gibt es in der Region kaum noch.“

Gero Janze, Bürgermeister der Samtgemeinde Grasleben, hier mit Ehefrau Nicole

Zwei Starköche und die Region

Gehobene Küche mit sensationeller Aussicht lässt sich auch in der Löwenstadt genießen. Das „Überland“, im 18. Stock des BraWo-Parks eingerichtet, verwöhnt seine Gäste mit Kreationen aus regionalen Produkten – an denen übrigens auch Tim Mälzer kreativ mitgewirkt hat.
Ein Beispiel aus der Speisekarte: Rinderschulter mit grünem Spargel und Honigessig-Jus.

Die Speisekarte wurde übrigens vor der Eröffnung ganze sechs Mal umgeschrieben. „Das Ganze ist für mich eben nicht nur ein „By Tim Mälzer“-Aufkleber unten an der Fahrstuhltür“, sagt der Star-Koch im Interview mit Standort 38, „sondern ein Projekt an dem mein Herz hängt.“

Starkoch Tim Mälzer (Bildrechte: Philipp Rathmer)

„An dem Projekt hängt mein Herz"

Starkoch Tim Mälzer über das „Überland" in Braunschweig
Elverfeld´s „Aqua“ und andere Highlights

Unserer Region ist Tim Mälzer allerdings nicht nur wegen des "Überland" verbunden: Auch seine Freundschaft mit dem Wolfsburger Sterne-Koch Sven Elverfeld vom „Aqua“ im Ritz-Carlton führte zu kulinarisch-kreativen Ergebnissen – Für die preisgekrönte VOX-Show „Kitchen Impossible“ lieferten sich die beiden einen hochklassigen Koch-Wettstreit, der mit einem hauchdünnen Sieg für Tim Mälzer ausging.

„Das Zusammensein mit anderen Menschen ist ein Grundbedürfnis"

Warum „Genuss“ aber nichts mit Michelin-Sternen zu tun haben muss, erklärt Sven Elverfeld im Kurzinterview.

Was bedeutet „Genuss“, Herr Elverfeld?
Genuss bedeutet für jeden etwas anderes. Das kann man natürlich auch aufs Essen beziehen.

Egal, auf welchem Niveau?
Ich würde sagen, ...  

...lesen Sie hier das ganze Interview.

Ein Kräuterlikör aus der Apotheke

Wo wir einmal schon bei TV-Prominenz sind: Wer erinnert sich noch an „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“, sozusagen die „moderne Lindenstraße“ aus der Glanzzeit des Privatfernsehens?
Hendrik Borgmann, einer ihrer ehemaligen Stars, hat sich in Braunschweig niedergelassen und das Café „Die Apotheke“ eröffnet. Hier gibt es eine Kleinigkeit zu essen und etwas erfrischendes zu trinken.

Vor allem aber präsentiert und verkauft Borgmann hier einen Kräuterlikör, den sein Urgroßonkel vor rund einhundert Jahren in der Apotheke seiner Familie erfand und dessen Rezept von Generation zu Generation weitergereicht wurde. Der „Borgmann1772“ wird bis heute nach Südkorea, Israel oder den Libanon exportiert. Zeit, ihn hier in Braunschweig neu zu entdecken.  

Eine Wienerin in Salzgitter, zwei Schwestern im Magniviertel und die kleinste Gastronomie Europas: Cafés in der Region

Panorama statt Prominenz bietet das Café am Wasserturm in Gifhorn. Das mit 90 Metern höchstgelegene Café der Lüneburger Heide muss allerdings erst auf 120 Stufen der Wendeltreppe oder eine kurze Fahrstuhlfahrt erreicht werden. Oben wartet dann aber neben vorzüglichen Torten mit ein wenig Glück auch eine Fernsicht bis zum Brocken im Harz. Hier ist man dem (Torten-)Himmel wirklich nah!

Prominenz? Panorama? Provinz!
Das war es, was Konstanze Dauke aus Wien suchte.  „Ich hatte ein kulinarisches Projekt vor Augen, mit ökologisch angebauten Produkten aus der Region, die komplett in der hauseigenen Küche verarbeitet werden", sagt sie. 
Die Kulisse dazu fand sie in Salzgitter-Lesse, rund 800 Kilometer weit von Wien entfernt. In ihrem Hofcafé  „Peerd Hus" serviert Dauke in ländlich-idyllischer Atmosphäre natürlich auch Spezialitäten aus ihrer Heimat, etwa lecke  „Punschkrapferl". Sie würden jetzt gerne wissen, wie diese Köstlichkeiten schmecken? Probieren Sie es aus!

 

Konstanze Dauke (Bildrechte: Dauke)

„Ich habe mich damals gleich in die ganze Region verliebt: viel Natur, pittoresque Städte und Ortschaften mit Fachwerkhäusern - und natürlich das entzückende Café."

Konstanze Dauke

Das Atelier Café erschien Tobias Senft vor 25 Jahren eher unscheinbar. Ein altes Fachwerkhaus im Wolfsburger Stadtteil Alt-Hesslingen, hübsch aber renovierungsbedürftig. Trotzdem wusste er: Das hat Potenzial!
Seine Vision, wechselnde Kunstausstellungen und junge Gastronomie miteinander zu vereinen, kann nun schon seit einem Vierteljahrhundert an Ort und Stelle genossen werden.
„Ob VfL-Spieler, Politiker, Kaffeeklatsch-Runden, Schüler oder Nachbarn, in den letzten 25 Jahren durften wir zahlreiche Gäste in unseren Räumlichkeiten willkommen heißen“, blickt Tobias Senft zurück.

„Es gibt im Café ein paar Neuerungen, auf die sich die Gäste freuen können, wenn wir wieder öffnen dürfen.“

Tobias Senft
„Groß, aber traditionell"

Zwei Schwestern, Omas Rezepte und ein Café wie ein Wohnzimmer: In der „Makery" im Braunschweiger Magniviertel können sich Besucher entspannt zurücklehnen und den städtischen Trubel mit einer duftenden Tasse Kaffee in der Hand betrachten - oder einem Apfelkuchen oder einem Brownie? Egal ob Kaffee-Nerd, Langfrühstücker, Schokoholic, Baconliebhaber oder Tarte-Spezialist: Nina und Svenja Beiersdorf freuen sich über jeden einzelnen Gast und stecken ganz viel Herzblut in ihr Café.

Zwei junge blonde Frauen schauen nebeneinander in die Kamera, im Hintergrund ein Café-Interieur.
Die beiden Schwestern Nina und Svenja haben mit ihrer „Makery" im Braunschweiger Magniviertel ein Café mit Wohnzimmer-Atmosphäre geschaffen. (Foto: Kaviarkanone)

Kaffeetasse oder Bierglas: Hier kommt nur das Beste hinein

Dass sich Genuss nicht nur über hervorragende Speisen definiert, sondern auch flüssig daherkommen kann, zeigt die Kaffeerösterei Olivier in Wolfsburg.
Daniel Oliviers Werdegang hat viel mit Genuss und noch mehr mit Leidenschaft zu tun: Seine Familie war es, die in Wolfsburg vor vielen Jahren die erste Eisdiele eröffnete. Er selbst beschloss 2003 jedoch, sich Cappuccino &Co. zu widmen. Mit durchschlagendem Erfolg übrigens: Eine Fachjury wählte ihn 2007 zum besten Kaffeeröster Deutschlands.

Ein Mann in schwarzem T-Shirt steht vor einem offenen Röstkessel für Kaffeebohnen.
Daniel Olivier wurde als einer der besten Kaffeeröster Deutschlands ausgezeichnet. (Foto: Lisa Bertram)

Wer lieber ein kühles Bier genießen und seinen Horizont über gängige Brauarten hinaus erweitern möchte, findet in der Craft Bier Bar in Braunschweig genau den richtigen Ort. Spezialitäten aus Bayern, Abteibiere aus Belgien oder Ale-Variationen aus England, den USA oder Skandinavien – hier finden neugierige Bierfreunde immer etwas zum Probieren und erhalten nebenbei interessante Informationen von Bartender Lukas Arndt.

Regional genießen!

Der richtige Ort, um dem kühlen Bier auch eine Wurst oder eine vegetarische Köstlichkeit hinzuzufügen, sind natürlich Grillplätze. Nur welchen nehmen? Entscheiden Sie sich!

Und für die Party im eigenen Garten können Sie sich ganz einfach mit Spezialitäten aus der Region eindecken, speziell auch aus dem Landkreis Gifhorn: Ob Brot aus der Traditionsbäckerei Hacke, würzige Würstchen von Gmyrek oder ein frisches Wittinger Pils – die Geschmackshighlights aus der Südheide gefallen sicher auch Ihren Gästen!

Grill mit Fleisch und Gemüse, im Hintergrund Menschen.
Ob auf dem Grillplatz, im Park oder eigenen Garten: Mit Produkten aus der Region lässt sich ein prima Grillabend bestreiten. (Foto: Pexels)

Gute Ideen aus der Gastronomie

Alle Cafés, Bars und Restaurants leiden besonders unter der Pandemie und mussten nun Wege finden, mit der Situation umzugehen, das Geschäft zu erhalten und die Gäste auch weiterhin zu erreichen. Im Peiner Land hat man sich mit der dortigen Wirtschafts- und Tourismusförderung zusammengetan und eine großartige Gastro-Kampagne ins Leben gerufen: „Heimat à la carte“.

Ein weiteres Beispiel, wie es dennoch weitergehen kann, ist das Braunschweiger Café „Fräulein Wunder“. Hier braucht man trotz des Corona-Shutdowns nicht auf ein tolles Frühstück verzichten, sondern kann es sich am Vortag online zusammenstellen und dann am Morgen zur gewünschten Uhrzeit abholen.

 

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