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Mehr Raum, mehr Zeit – Leben im Kreis Helmstedt

Sommerblick von einer grünen Wiese vom Heineberg auf Gr. Steinum. (Bildrechte: Thomas Kempernolte)

„Wir leben gerne in Helmstedt und haben nicht vor, hier wegzuziehen“, verkündet Martina Henkel. Ihr Mann Thomas und die zwei Töchter nicken zustimmend. Wir befinden uns im Wohnzimmer der vier gebürtigen Helmstedter, inmitten eines schönen Wohngebäudes – inmitten von … Helmstedt, der Kreisstadt des Landkreises Helmstedt. Verortet zwischen dem malerischen Höhenzug Elm und dem mystisch anmutenden Lappwald, etwa 36 Kilometer östlich von Braunschweig und 45 Kilometer westlich von Magdeburg, besticht die geschichtsträchtige Stadt mit ihren 26.500 Einwohnern neben der praktischen Lage vor allem durch die Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern. Zusammen mit den Städten Schöningen und Königslutter am Elm bildet sie den Landkreis Helmstedt, der Heimat für insgesamt 92,000 Niedersachsen ist. Vielleicht passt auch ihr nach Helmstedt!

Die gebürtige Helmstedterin Martina Henkel vor ihrem Fachwerkhaus in Helmstedt. (Bildrechte: Kristina Krijom)

„Wir leben gerne in Helmstedt und haben nicht vor, hier wegzuziehen.“

Martina Henkel

Helmstedt? Wofür steht der Kreis eigentlich?

… für die Summe seiner Teile. Atemberaubende Natur, abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten, ehrlichen Mittelstand und Hidden Champions sowie historisch-kulturelle Glanzpunkte. Bei Helmstedt lag übrigens der wichtigste Grenzübergang zwischen West- und Ostdeutschland – heute liegt es inmitten des vereinten Europas und das Zonengrenzmuseum erinnert an jene Zeit. Neben Geschichtsinteressierten lockt der Kreis viele Naturliebhaber; allem voran den Naturpark Elm-Lappwald; insbesondere die in Königslutter ansässige Eingangspforte des Areals UNESCO Global Geopark Harz.

Doch Helmstedt offeriert auch jede Menge attraktive Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe, die beweisen: Es gibt auch spannende Jobs jenseits der Automotive-Branche. Das Aminosäuren herstellende Unternehmen Amino mit Sitz in Frellstedt, avacon (Strom und Gas, Fernwärme und Erneuerbare Energien), das AWO-Psychiatriezentrum, EEW („Energy from Waste“), die european salt company (esco), die Großbäckerei Steinecke, Quand (Dachpappen), rpm (Rapid Product Manufacturing, technische Zeichnungen), Strube (Saatgut), Sport-Thieme, Till Hydraulik, die Helmstedter Weizenbrennerei Dieckmann und viele mehr … In Sachen Breitbandausbau legt sich der Landkreis Helmstedt übrigens ins Zeug. So hat der Kreis für das Thema ein eigenes Referat eingerichtet: Das Referat B – Digitale Infrastruktur-Breitband. Jede Menge Möglichkeiten zum Leben, Arbeiten und Entspannen also – und das bei einem erschwinglichen Preisniveau.

„Wir haben hier alles, was wir zum Leben brauchen“, ist sich Familie Henkel einig und verweist auf die Auswahl an Läden, Schulen, das Hallenbad, die Eisdielen und das große Parkplatzangebot – einer der deutlichen Vorteile gegenüber den Großstädten. „Hier kann man Durchatmen und entspannt leben – fernab des Trubels größerer Städte. Und wenn es einen doch dorthin zieht, ist man binnen einer halben Stunde in Braunschweig, Wolfsburg, Magdeburg oder im Harz.“

Historische Highlights und Fun Facts zur Stadt Helmstedt

Die mystischen Lübbensteine in der Region Helmstedt.
Die mystischen Lübbensteine in der Region Helmstedt.

Lübbensteine

Bis heute sind in Helmstedt zwei sogenannte „Megalithanlagen“ (Lübbensteine) erhalten. Diese sind die südlichsten Großsteingräber der Jungsteinzeit in Norddeutschland. Ihre Entstehungszeit wird auf etwa 3500 v. Chr. datiert. Neugierig? Ihr findet sie auf dem St. Annenberg.

Das Aula-Gebäude, Juleum Novum, der ehemaligen Universität Helmstedt.
Das Aula-Gebäude, Juleum Novum, der ehemaligen Universität Helmstedt.

Universität Helmstedt

Von 1576 bis 1810 existierte die Universität Helmstedt, auch bekannt als Academia Julia. Sie war die erste protestantische Universität in Europa.

Eine Legoszenerie stellt den ehemaligen innerdeutschen Grenzübergang Marienborn nach.
Eine Legoszenerie stellt den ehemaligen innerdeutschen Grenzübergang Marienborn nach.

Grenzübergang Helmstedt/Marienborn

Von 1945 bis 1990 war Helmstedt die letzte Stadt vor der innerdeutschen Grenze und der Grenzübergang Helmstedt/Marienborn der größte Übergang. Heute erinnert das Denkmal „Deutsche Einheit“ an jene Zeit.

Sänger, Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Schauspieler und Synchronsprecher: Bela B. Die Band „Los Helmstedt“ ist seit 2006 seine Begleitband.
Sänger, Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Schauspieler und Synchronsprecher: Bela B. Die Band „Los Helmstedt“ ist seit 2006 seine Begleitband.

„Los Helmstedt“

„Los Helmstedt“ ist seit 2006 die Begleitband des Musikers Bela B.

Die Kölschrockband um Frontmann Wolfgang Niedecken: BAP.
Die Kölschrockband um Frontmann Wolfgang Niedecken: BAP.

Bap

Helmstedt kommt in dem Lied „Dä Herrjott meint et joot met mir“ der Kölner Band Bap vor: „Ich denk drövver noh, ob Helmstedt domohls schon Ostzone woor.“

Die Stadt des Fachwerks

Auch Ehepaar Schultz ist begeistert vom Kreis Helmstedt, allem voran von der gleichnamigen Stadt. Der gelernte Industriekaufmann und gebürtige Berliner saniert mit seiner Frau ein großes ehemaliges Pfarrhaus, das sie bereits 1984 erworben haben. Wo einst der Syndikus des Klosters und später die evangelische Kirche wirkten, sollen hier nun auf 400 Quadratmetern vier Wohnungen entstehen; mit großen, hellen Räumen und bis zu 3,60 Meter hohen Decken. „Wir arbeiten eng mit dem Denkmalschutz der Stadt zusammen und legen größten Wert darauf, die Seele und den Charme der Residenz zu bewahren“, betont Werner Schultz und ergänzt: „Wenn man durch die Altstadt geht, wird einem bewusst: da ist in den letzten Jahren eine Menge getan worden. Das schöne Fachwerk hat uns schon immer fasziniert – eine tolle Wohnumgebung.“

 (Bildrechte: Kristina Krijom)

„Das schöne Fachwerk hat uns schon immer fasziniert – eine tolle Wohnumgebung.“

Werner Schultz

Wohnraum mit Geschichte – Wohnraum mit eurer Geschichte?

Es ist ein vielfältiges Wohnbild, das man hier antrifft. „In Helmstedt findet sich ganz besonderer Wohnraum; nicht vorgeprägte oder normierte Gebäude, die Wohnraum bieten vom Einfamilien- bis zum Mehrfamilienhaus, charmant ineinander verschachtelt oder mit mehrgeschossigen Teilen – und das zu ganz anderen Preisen als in den großen Städten.

Die materielle Substanz, gerade hier in der Innenstadt, bietet eine tolle Grundlage zum Weiterentwickeln und um die eigenen Wohnträume zu realisieren“, schwärmt Doris Noll vom Fachbereich Planen und Bauen und Wolfgang Brumund, Leiter jenes Fachbereichs ergänzt: „Die historische Altstadt von Helmstedt strahlt ein ganz besonderes Flair aus und hält eine beeindruckende Bausubstanz bereit, die auch noch Spielraum für kreative und individuelle Neugestaltung bietet. Nehmen Sie nur Braunschweig: Dort an innenstadtnahes, erschwingliches Eigentum zu gelangen, ist sehr schwierig. Ziehen sie an das Randgebiet, brauchen Sie auch schnell 15 Minuten in die Stadt, jedoch mit dem dörfischen Nachteil, dass viele Dinge fehlen. Ziehen Sie nach Helmstedt, sind Sie zwar ein paar Minuten länger in die Braunschweiger Innenstadt unterwegs, haben das meiste, was man die Woche über benötigt, aber selbst vor der Haustür.“ Allein in dem Zeitraum 2001 bis 2018 wurden hier 123 Wohnungen zum individuellen Glück saniert.

Altstadt-Flair und Event-Freuden

Die besagte Altstadt bietet ein Panorama zahlreicher schmaler Fachwerkhäuser, viel Kopfsteinpflaster und das Rathaus im neugotischen Stil. Rund um den Marktplatz gibt es nette Kneipen und Cafés, in denen man sich ein Duckstein-Bier gönnen sollte. Auf dieses kann man sich aber auch bei einer der Veranstaltungen freuen – zum Beispiel auf der beliebten Kulturnacht oder bei einer Theatervorstellung im Brunnentheater in Bad Helmstedt – laut Anja Kremling-Schulz, die bei der Stadt Helmstedt das Ressort Kultur und Tourismus leitet, das Herzstück der Stadt. Beliebt bei Besuchern ist auch das Juleum, ein mehrgeschossiges Hörsaal- und Bibliotheksgebäude der ehemaligen Universität, das zwischen 1592 und 1612 erbaut wurde.

Naherholung vom Feinsten

Henning Konrad Otto, Erster Stadtrat von Helmstedt, gehört zu den begeisterten Zugezogenen: „Der Lappwaldsee, der gerade hier vor unserer Haustür entsteht, ist schon jetzt ein reizvolles Naherholungsgebiet. Als Familienvater muss ich sagen, Helmstedt ist einfach ein toller Ort zum Leben – gerade auch für junge Familien mit Kindern. Neben der Natur finden Sie hier drei sehr kompakte Städte mit allen Schulformen, einem sehr vitalen Vereinsleben und kurzen Wegen. Hier finden sie unverwechselbare Wohnmöglichkeiten zu moderaten Miet- und Baukosten. Für sehr gut sanierten Wohnraum in der Altstadt von Helmstedt liegt man bei 6,50 Euro pro Quadratmeter. Bei den Grundstückspreisen kann man bei den neu erschlossenen Flächen mit 70 Euro rechnen. Die erste Tat, nachdem wir nach Helmstedt umgezogen sind? Wir haben unser zweites Auto veräußert. Wegen der kurzen Wege brauchten wir es nicht mehr. Hier ist alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen – das ist Lebensqualität.“

Schöningen – die Stadt am Höhenzug Elm

Auch Schöningen besticht durch jede Menge charmante Fachwerkhäuser. Bekannt ist die Stadt nicht zuletzt durch die im Jahr 1995 im Braunkohletagebau entdeckten, circa 320.000 Jahre alten Speere. Sie sind die ältesten, vollständig erhaltenen Holzspeere der Welt. An der Fundstelle ist das paläon, das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere entstanden. Sehenswert sind zudem das städtische Heimatmuseum Schöningen und das Seilereimuseum im Torhäuschen des Schöninger Schlosses, das natürlich auch selbst einen Besuch wert ist. Viele Sportvereine runden das Leben in Schöningen ab; bekannteste Vereine sind der FC Schöningen 08, dessen erste Fußballmannschaft dreizehn Jahre lang in der höchsten niedersächsischen Amateurliga gespielt hat sowie der Turnclub Schöningen (TC), seines Zeichens einer der größten ortsansässigen Sportvereine.

Königslutter am Elm

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Königslutter am Elm im Jahr 1150. Bis heute besticht es allen voran durch seine Waldlandschaft. Größter Arbeitgeber – auf den gesamten Kreis bezogen – ist das AWO Psychiatriezentrum. Es ist ein Fachkrankenhaus der Arbeiterwohlfahrt im Südwesten der Stadt; beschäftigt rund 1.050 Menschen und verfügt über etwa 100 Ausbildungsplätze. Für einen Ausflug bieten sich unter anderem das Museum zur Stadtgeschichte, das Museum Mechanischer Musikinstrumente (MMM), das Geopark-Informationszentrum und das Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO) e.V. an. Königslutter kann zudem mit einer eigenen berufsbildenden Steinmetzschule und einem Steinmetzzentrum aufwarten. Sehr gesellig wird es auf dem traditionelle Elm-Bergturnfest am Tetzelstein zwischen Königslutter und Schöppenstedt. Es findet seit 1866 statt und ist damit das zweitälteste Bergsportfest in Deutschland. Auch das jeden Sommer stattfindende „Domfest“ Nahe des Kaiserdoms sowie das Ducksteinfest sind einen Besuch wert.

Hier geht es zu einem imposanten Drohnen-Flug über den Elm-Lappwald
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